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Wirtschaft
09/18/2012

US-Notenbank Fed wirft Notenpresse an

Fed kauft im Kampf gegen die Krise mehr Immobilienpapiere und hält die Zinsen bis 2015 faktisch bei null Prozent.

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, dreht den Geldhahn noch weiter auf. Donnerstagabend gab die Fed bekannt, dass sie weitere Milliarden in den Kauf von Wertpapieren pumpen wird. So will sie für 40 Milliarden Dollar (31 Mrd. Euro) Immobilienpapiere kaufen – und zwar monatlich. Und das nicht wie bei bisherigen Aktionen zeitlich begrenzt, sondern so lange, bis sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessert hat. Die US-Arbeitslosenrate liegt seit 43 Monaten jenseits der 8-Prozent-Marke und damit weit über dem langjährigen US-Schnitt.

Zudem wollen die Notenbanker ihren faktisch bei Null liegenden Leitzins bis 2015 nicht erhöhen. Seit 2008 können sich US-Banken nahezu kostenlos Geld von der Fed leihen. Der Zinssatz liegt auf einem Rekordtief zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Mit den Maßnahmen wollen die Banker den Häusermarkt stützen und das langfristige Zinsniveau senken. Weitere massive Staatsanleihenkäufe kündigte die Fed zur Enttäuschung vieler Investoren aber nicht an. Für den Fall, dass sich die Lage am Jobmarkt nicht bessert, stellte Bernanke allerdings weitere Maßnahmen in Aussicht.

Zwickmühle

Der Fed-Chef steckt in einem Dilemma. Die Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Die US-Notenbank rechnet heuer mit einem Wachstum von 1,7 bis 2 Prozent. Im Juni war sie noch von plus 2,4 Prozent ausgegangen. Andererseits wählen die Ameri­kaner am 6. November einen neuen Präsidenten.

Dass Bernanke zum dritten Mal seit 2007 die Notenpresse anwirft, sehen die Republikaner als Rückendeckung für Obama, der wegen der schwachen Konjunktur unter Druck steht.

Bernanke hat allerdings kaum eine Wahl: Die Wirtschaftsdaten und die vielen Arbeitslosen zwingen ihn, zu handeln. Kritiker bezweifeln aber, dass die Maßnahmen überhaupt positive Effekte haben. Die Fed hat in den vergangenen Jahren bereits für rund 2,3 Billionen Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere gekauft.

An den Märkten sorgte die Fed Donnerstagabend einmal mehr für Bewegung: An der Wall Street legte der Dow Jones um 1,66 Prozent zu. Der Dollar sackte zum Euro und zum Yen ab und fiel teilweise auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. US-Staatsanleihen drehten auf breiter Front ins Minus, und der Goldpreis stieg auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr.

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