Ford-Chefentwickler Frank Davis hat Grund zu feiern: Der Langzeit-Bestseller F-150 ist nicht nur seit 38 Jahren der meistverkaufte Pick-ups des Landes, sondern führte 2014 auch wieder die Gesamtstatistik an.

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Nach Absatzeinbruch
01/12/2015

US-Automarkt: Zurück auf der Straße der Sieger

Nur fünf Jahre nach dem tiefen Absturz brummt das Geschäft wieder wie in den besten Zeiten.

von Horst Bauer

Totgesagte leben länger. Nach dem dramatischen Absatzeinbruch im Gefolge der Finanzkrise auf zuletzt nur noch knapp mehr als 10 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2009 galt der US-Automarkt für viele Analysten und Experten als rettungslos verloren. Das Geschäft werde in Hinkunft in Asien gemacht werden, die einstige Auto-Nation Nummer 1 habe ihren Zenit überschritten, war allerorts zu hören.

Die Realität hielt sich jedoch nicht an die Prognosen und bescherte der Branche ab 2010 stetige Zuwächse, die im abgelaufenen Jahr 2014 mit rund 16,5 Millionen verkaufter Autos im besten Absatzjahr seit 2006 gipfelten. Das Geschäft brummt also wieder wie in den besten Tagen, auch was die Verteilung der Marktsegmente angeht. Wurden in den letzten Jahren mehr Pkw (Cars) als SUV und Pick-ups (Trucks) verkauft, drehte sich der Markt im Vorjahr wieder entscheidend zugunsten der für die Hersteller lukrativeren großen Geräte. Hier betrug der Zuwachs satte 10 Prozent und spülte gleich drei Vertreter des Segments an die Spitze der meistverkauften Fahrzeuge: Die mächtigen Pick-ups Ford F-150, Chevrolet Silverado und Dodge Ram 1500 führen die Verkaufshitparade für 2014 unangefochten vor den Limousinen Toyota Camry und Honda Accord an.

Über die Gründe für die so eklatante Rückkehr der Trucks herrscht im Vorfeld des heute mit den Fachbesuchertagen beginnenden Autosalons in Detroit weitgehend Einigkeit unter den Experten. Einerseits machen es die dank des hauseigenen Fracking-Booms längerfristig niedrigen Treibstoffpreise der Kundschaft wieder leichter, zu den geliebten größeren Modellen zu greifen. Anderseits wächst die US-Wirtschaft und die vielen Handwerker und Baufirmen ersetzen ihre während der Krisenjahre überalterten Fuhrparks.

Überdies weisen Experten wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auch auf den Faktor Einwanderung als Stütze der rasanten Erholung des US-Marktes hin. Die Bevölkerungszahl erhöhe sich jährlich um rund eine Million Einwanderer. So werden heuer um rund 18 Mio. Menschen mehr einen Führerschein besitzen als noch vor 10 Jahren.

Gute Aussichten also für einen weiteren Aufwärtstrend in den kommenden Jahren. Allgemein wird beim ersten großen Branchentreff des Jahres in Detroit mit einer sich zwar etwas verflachenden Zuwachskurve für 2015 gerechnet, die 17-Millionen-Grenze sollte jedoch erreicht werden. Mary Barra, Chefin von General Motors, wo man im Vorjahr auf dem US-Markt trotz aller Probleme um Rückrufe mehr verkaufen konnte als jeder andere Hersteller, rechnet mit einem Gesamtmarkt von 16,5 bis 17 Millionen Einheiten.

VW weiter schwach

Die europäischen Hersteller zeigen auf dem US-Markt weiterhin nur im Luxussegment Flagge. Audi, Mercedes, BMW und Porsche konnten 2014 den Marktanteil weiter ausbauen (auf zusammen 5,6 % von 4,7 % vor fünf Jahren). Für die Marke VW gab es aber auch im Vorjahr nichts zu feiern. Trotz insgesamt neun angebotener Modelle (darunter der vor Ort hergestellte US-Passat), konnten insgesamt nur knapp 367.000 Stück verkauft werden. Zum Vergleich: Rivale Toyota (ohne Lexus), den die Wolfsburger als weltgrößten Hersteller ablösen wollen, verkaufte im Vorjahr in den USA knapp 2,4 Millionen Autos.

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