Wichtig: Für die Kunden entstehen keine Kosten.

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Finanzen
03/29/2014

Über die Furcht vor dem kontaktlosen Bezahlen

Bankomatkarten werden von vielen Bankinstituten automatisch mit der NFC-Funktion ausgestattet.

von Ulla Grünbacher

Seit einigen Monaten werden Bankomatkarten automatisch mit der neuen Zusatzfunktion NFC (steht für Near Field Communication) ausgegeben. Die neuen Karten lassen sich durch den Aufdruck "PayPass" auf der Vorder- oder Rückseite der Karte erkennen.

Das bargeldlose Zahlen kommt ohne Stecken der Karten und PIN-Code-Eingabe aus. Beträge bis 25 Euro können auf diese Art bezahlt werden, wenn das Geschäft über die entsprechende technische Ausstattung verfügt. Vorreiter sind hier die beiden Handelsketten Billa und Spar. Dabei kommt es zu einer drahtlosen Übertragung der Daten über eine Strecke von wenigen Zentimetern. Im Unterschied zur Quick-Funktion muss bei PayPass kein Guthaben auf die Bankomatkarte geladen werden. Das Geld wird direkt vom Konto abgebucht.

Zwangsbeglückung

Doch was Erleichterung für Konsumenten bringen sollte, empfinden viele Bankkunden als Zwangsbeglückung und orten Sicherheitslücken. Denn durch den Wegfall des PIN-Codes kann jeder Dieb oder unredliche Finder mit der Karte zahlen.

In der Regel ist es möglich, fünf Mal 25 Euro ohne PIN-Eingabe abzubuchen. Danach muss der PIN-Code wieder eingegeben werden. Dies soll den Schaden bei Diebstahl auf maximal 125 Euro begrenzen.

Während einige Finanzinstitute neue Bankomatkarten automatisch mit der Funktion ausstatten, haben Konsumenten bei anderen Instituten die Wahl. Lediglich die BAWAG P.S.K. bietet derzeit die Wahlmöglichkeiten zwischen Bankomatkarten mit oder ohne NFC-Funktion an. Die Erste Bank verweist zwar darauf, dass bis jetzt keine Betrugsfälle vorliegen, die Funktion der Bankomatkarte aber auf Kundenwunsch gratis deaktiviert werde. Auch Schutzhüllen, die das kontaktlose Zahlen unterbinden, werden von der Erste Bank kostenlos ausgegeben.

Eine Spectra Umfrage unter 400 Bankomatkartenbesitzern hat ergeben, dass 50 Prozent der Befragten die neue Funktion wieder deaktivieren lassen wollen. "Die Funktion muss generell ohne bürokratische Hürden abstellbar sein, ohne dass der Kunde von sich aus aktiv werden muss", fordert Peter Kolba vom Verein für Konsumenteninformation.

Sicherheit

Bereits vor Einführung haben Experten davor gewarnt, dass das kontaktlose Zahlen auch Betrüger anlockt. Da die Daten unverschlüsselt gespeichert werden, ist das Ausspionieren einfach. Laut Bundeskriminalamt stelle jedoch der 100-Euro-Schein in der Geldbörse ein höheres Risiko dar. Derzeit haftet der Konsument bei Verlust oder Diebstahl der Bankomatkarte bei leichter Fahrlässigkeit mit einem Höchstbetrag von 150 Euro, nur bei grober Fahrlässig haftet er voll. Hat der Kunden alle Sorgfaltspflichten eingehalten, ist die Bank zum Ersatz aller Kosten verpflichtet.

NFC: Neues Zahlungssystem für Bankomat-/Kreditkarten

Beide Karten werden seit Kurzem mit NFC, der Funktion für bargeldloses Zahlen ausgestattet. Dabei werden die Daten drahtlos übertragen. Beträge bis 25 Euro können damit bezahlt werden. Das Geld wird dabei direkt vom Konto abgebucht. Bei Verlust oder Diebstahl der Karte kann jeder damit bezahlen. Allerdings gibt es ein Limit: Nach fünfmaliger Benützung muss der PIN-Code eingegeben werden. Dennoch will jeder zweite Österreicher die Funktion nicht. Viele Konsumenten sind verärgert, weil Banken die neue Zahlungsmethode automatisch aktivieren.

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