Türkische Lira.

© APA/AFP/OZAN KOSE

Preisanstieg
03/03/2017

Türkei: Inflation erstmals seit fünf Jahren zweistellig

Preisanstieg im Februar 10,1 Prozent. Erdogan erklärt Lira-Verfall mit Attacken von außen.

Erstmals seit fünf Jahren ist die Steiterungsrate zweistellig: In der Türkei hat die Inflation die Zehn-Prozent-Marke durchbrochen und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Monat. Die Preise stiegen im Februar zum Vorjahresmonat um 10,13 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte.

Dies dürfte laut Experten die Zentralbank auf den Plan rufen, die auch gegen den erklärten Willen von Präsident Recep Tayyip Erdogan Mitte des Monats die Zinszügel anziehen dürfte: "Der Inflationsanstieg und die Schwäche der Landeswährung könnten die Notenbank zum Handeln zwingen", meint Chefökonomin Gokce Celik von der QNB Finansbank.

Zinsen rauf?

Die Zentralbank hatte ihren Leitzins ungeachtet der starken Abwertung der heimischen Lira im Jänner bei 8,0 Prozent belassen. Höhere Zinsen könnten die Währung für Investoren attraktiver machen und so den Abwertungsdruck dämpfen. Präsident Erdogan will dagegen die Zinsen niedrig halten, um mit günstigen Krediten die Konjunktur anzukurbeln.

Uneinigkeit über politische Ursachen

Erdogan erklärt den Lira-Verfall mit Attacken von außen auf die türkische Wirtschaft. Analysten sehen als Ursache für den Kursverfall unter anderem die Verunsicherung nach dem gescheiterten Militärputsch und das scharfe Vorgehen Erdogans gegen seine Gegner. Zudem drückt die Aussicht auf steigende US-Zinsen auf die Währung: Auch in den USA stehen die Zeichen diesen Monat auf geldpolitische Straffung.

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