Opel Astra

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Abgasaffäre
05/19/2016

Trotz Dementi: Dieselgate holt auch Opel ein

Nach VW, Renault, Fiat steht nun auch Opel im Verdacht der Abgasmanipulation. Opel dementiert.

von Kid Möchel

Lange haben die Mitbewerber die Nase über den Volkswagen-Konzern gerümpft, als im Herbst 2015 die Dieselmanipulations-Affäre bei 11 Millionen Fahrzeugen der Marken Audi, Seat Skoda, Porsche und Volkswagen ans Tageslicht kam. Doch auch die anderen Autohersteller haben großteils keine sauberen Diesel an die Kunden verkauft. Nun traf es auch den Autohersteller Opel.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) legte dem Autobauer Opel am vergangenen Freitag zur Last, die Reinigungstechnik bei den Modellen Zafira und Astra manipuliert zu haben. Messungen auf der Straße hätten „alarmierende Werte und Abschalteinrichtungen“ offenbart, erklärte die Umweltorganisation in Berlin. Die Umwelthilfe hatte Opel-CDTi-Modelle mit einer 1,6-Liter-Maschine untersucht und will den Hersteller nun wegen Verbrauchertäuschung belangen.

Modus nicht legal

„Der Opel Zafira arbeitet zu 90 Prozent der Zeit in einem nicht-legalen Modus“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Abgasreinigung wird demnach je drei Grad über und unter dem Laborprüf-Temperaturbereich von 20 bis 30 Grad Celsius deaktiviert - außerdem bei mehr als Tempo 140, bei bestimmten Luftdruck-Werten und Motordrehzahlen. „Das ist für uns vorsätzliches Verhalten.“ Auch bei 20 bis 30 Grad Außentemperatur zeigten der betreffende Zafira und Astra bei Straßenmessungen der Umwelthilfe überhöhte Stickoxidwerte.

Verkehrsminister am Zug

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt ordnete auch bei Opel eine Überprüfung der Ergebnisse an: „Ich habe das Kraftfahrt-Bundesamt heute angewiesen, weitere Messungen bei Opel-Fahrzeugen durchzuführen - mit dem Fokus auf die veröffentlichten Abgas-Beeinflussungen“, sagte der CSU-Politiker.

Falsche Anschuldigungen?

Mit scharfen Worten hat Opel-Chef Karl-Thomas Neumann Vorwürfe der Abgasmanipulation zurückgewiesen. „Diese Anschuldigungen sind falsch“, hieß es in einer Stellungnahme, die der Autobauer am Dienstag verschickte. Die Deutsche Umwelthilfe, das ARD-Magazin „Monitor“ und „Der Spiegel“ hatten vergangene Woche berichtet, bei Opel-Modellen werde die Abgasreinigung häufig gezielt ausgeschaltet, ohne dass dies technisch nötig wäre. Der Hersteller wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen, die auf den Erkenntnissen eines Hackers basierten, seien „irreführende, übermäßige Vereinfachungen und Fehlinterpretationen der komplexen Zusammenhänge eines modernen Diesel-Abgasreinigungssystems“, teilte Neumann jetzt mit. Opel bezweifelt die Qualität der Ergebnisse.

„Wir bei Opel setzen keine illegale Software ein“, bekräftigte der Opel-Chef. „Unsere Motoren entsprechen den gesetzlichen Vorschriften.“ Opel gehe davon aus, „dass auch die Behörden das so sehen“. Nach den Medienberichten über angebliche Abgasmanipulationen hatte das Bundesverkehrsministerium Opel vorgeladen. Die in der VW -Affäre eingerichtete Untersuchungskommission soll die Vorwürfe prüfen.

Opel-Chef Neumann erklärte, sein Haus habe dem Kraftfahrtbundesamt bereits im Oktober 2015 alle Details rund um die Motor-Software, die Einstellungen oder Emissionsstrategie zur Verfügung gestellt. „Weitere Informationen werden wir veröffentlichen, nachdem wir mit den Behörden Rücksprache gehalten haben.“

Die Deutsche Umwelthilfe, „Monitor“ und „Spiegel“ hätten Opel die Methoden und Protokolle ihrer Testaktivitäten noch nicht zur Verfügung gestellt, „deshalb kann das Unternehmen diesen Teil der Behauptungen nicht überprüfen“, hieß es in der Mitteilung weiter. „Aufgrund unserer eigenen sowie unabhängiger Messungen, und den bisherigen Erfahrungen mit den von der Deutschen Umwelthilfe veröffentlichten Experimenten, glauben wir aber nach wie vor nicht, dass diese neuen Ergebnisse objektiv und wissenschaftlich fundiert sind.“

Dobrindt hatte auch Nachmessungen bei zahlreichen Modellen verschiedener Hersteller durchführen lassen, nachdem der Diesel-Skandal im September 2015 bei Volkswagen bekannt geworden war. Darunter bei Fahrzeugen der Marken Renault und Fiat sowie bei Pkw diverser asiatischer Hersteller. VW räumte als bisher einziger Autobauer auch Manipulationen mit Hilfe einer Software ein, die Abgaswerte von Stickoxiden im Test-gegenüber dem Straßenbetrieb künstlich senkte.

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