Wirtschaft
14.03.2018

Trendwende bei Strompreis lässt Verbund-Aktie steigen

Um sieben bis acht Prozent höhere Tarife.

Die Verbund-Aktie legte nach der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch-Vormittag deutlich zu. Der Kurs kletterte zeitweilig um mehr als sieben Prozent. Einige Aktionäre nutzten die Chance, um mit Gewinn zu verkaufen. Am späteren Nachmittag lag die Verbund-Aktie immer noch bei plus vier Prozent.

Zu den Gründen für die positive Bewertung durch die Anleger gehört die Prognose für einen steigenden Strompreis ab Herbst 2018. Wegen der Beschränkung des Stromtransfers zwischen Österreich und Deutschland um etwa die Hälfte wird der Strompreis in Österreich im Herbst zwischen sieben und acht Prozent steigen. Wie die Preiserhöhung auf die Industrie und die Haushalte aufgeteilt wird, ist unklar. Höhere Tarife bedeuten auch bessere Renditen der Kraftwerke des Verbunds. Der Strompreis macht etwa ein Drittel der Stromrechnung aus. Der Rest entfällt auf die Netztarife und Steuern.

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber sprach von einer Trendwende beim Strompreis. Eine Anhebung des Absatzpreises um lediglich einen Euro je Megawattstunde erhöht des EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) des Verbunds um rund 25 Millionen Euro.

Wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energieträger im Vorjahr war mehr Regelenergie zur Stabilisierung der Stromnetze notwendig.

Eingriffe ins Netz

Es musste an 301 Tagen ins Netz eingriffen werden. Vor zwei Jahren waren es nur hundert Tage. Zur Stabilisierung wurden vom Verbund auch das Gaskraftwerk Mellach sowie Speicherkraftwerke eingesetzt. Mellach hat daher deutlich mehr Geld gebracht. Das Gaskraftwerk war bereits abgeschrieben worden.

Der Wert der sogenannten Flexibilitätsprodukte zum Engpassmanagement stieg um 56 Prozent auf 200 Millionen Euro. Heuer soll es allerdings wieder deutlich weniger Nachfrage nach Regelenergie geben.

2017 sank das Konzernergebnis wegen Einmaleffekten (Abschreibung für Wasserkraftwerke) auf 301 Millionen Euro. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis betrug 355 Millionen Euro. Heuer will man ebenso viel Nettogewinn einfahren wie im Vorjahr.