Der Vorsitzende des Vorstands der Erste Group Bank AG, Andreas Treichl, spricht am Freitag (25.02.11) in Wien bei einer Pressekonferenz zum vergangenen Geschaeftsjahr. Die Erste Group steigerte demnach den Nettogewinn im Jahr 2010 um 12,4% auf knapp ueber eine Milliarde Euro. Foto: Ronald Zak/dapd

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Erste Group
07/02/2013

Treichl pocht auf "Sicherung des Finanzsystems"

660 Millionen Euro holt sich die Erste Bank von den Anlegern. Das Staatsgeld zahlt sie im Gegenzug zurück.

von Irmgard Kischko

Erst vor einer Woche hat die Erste Group angekündigt, im dritten Quartal ihr Eigenkapital zu erhöhen. Just am Abend des ersten Tages dieses Quartals, am Montag, den 1. Juli, setzte die Bank das auch schon um: Erste-Group-Aktien für 660 Millionen Euro hat sie zunächst internationalen Großinvestoren – wie etwa Versicherungen – zum Kauf angeboten. Am Dienstag war das komplette Paket auch schon platziert. 18,75 Euro je Aktie bekam die Bank. Das Geld aus der Kapitalerhöhung hilft der Erste bei der Rückzahlung von 1,2 Milliarden Euro Staatsgeld und 540 Millionen Euro von privaten Anlegern.

In einem zweiten Schritt werden Erste-Group-Aktien den bestehenden Kleinaktionären angeboten. Diese Aktien werden die Großinvestoren, die soeben gekauft haben, wieder abgeben. Die Bezugsfrist für diese Aktien läuft bis 17. Juli. Einige Altaktionäre wie die Erste Stiftung, die 20,1 Prozent an der Bank hält, wollen bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen.

Der KURIER sprach mit Erste-Chef Andreas Treichl über die Umstände der Kapitalerhöhung.

KURIER: Herr Treichl. Die Börsen-Stimmung ist nicht besonders gut, der Aktienkurs der Erste Group niedrig. Ist das ein guter Zeitpunkt für eine Kapitalerhöhung?

Andreas Treichl: So eine Transaktion ist langfristig geplant. Wenn man mit den Arbeiten dafür fertig ist, macht man die Kapitalerhöhung. Das Umfeld ist natürlich schwierig.

Die Kapitalerhöhung ist zur Gänze im Ausland platziert. Wird die Erste Group jetzt weniger österreichisch?

Alle österreichischen Erste Group-Aktionäre können ihre Bezugsrechte ausüben und noch Aktien kaufen. Die Aktionärsstruktur wird sich durch diese Kapitalerhöhung nur sehr unwesentlich verändern. Wir haben immerhin zehn Milliarden Euro an Eigenkapital und diese Kapitalerhöhung umfasst 660 Millionen Euro.

Wurde die Erste Group eigentlich gebeten, das Staatsgeld zurückzuzahlen, weil der Staat Geld für die Hypo braucht?

Das hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Das ist eine Verschwörungstheorie. Wir wussten nichts von der Hypo, der zeitliche Zusammenfall in purer Zufall. Ich hoffe allerdings, dass die Republik schnell darüber nachdenkt, wie sie mit unserem Geld einen Fonds zur Absicherung des Finanzsystems etabliert. Immerhin zahlen wir 1,2 Milliarden Euro zurück und haben dafür insgesamt 400 Millionen Euro an Zinsen bezahlt.

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