Wirtschaft 27.03.2012

Treibstoff: Rekordpreise im Osternest

Zu Ostern vor zehn Jahren kostete Sprit halb so viel wie heute. Der Ölpreis verfünffachte sich seit dem Jahr 2002.

Der Autofahrerclub ÖAMTC versuchte am Dienstag mit einem etwas plakativen Vergleich auf die aktuellen Rekord-Treibstoffpreise aufmerksam zu machen. "Die Differenz der Kosten einer 50 Liter Tankfüllung Eurosuper zwischen 2009 und heute liegt bei 25 Euro", rechnete Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau vor. "Für diesen Betrag könnte man sich 102 bunte Ostereier kaufen." Das ist eine ganze Menge. Der Zeitraum der Erhebung scheint aber durchaus bewusst gewählt. Denn die Spritpreise befanden sich gerade 2009, in Folge der Wirtschaftskrise, auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

 Der ARBÖ geht für seinen österlichen Vergleich in der Zeitreihe sogar noch weiter zurück. Zu Ostern vor zehn Jahren kostete Sprit nahezu halb so viel wie derzeit, konstatiert ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch (siehe Grafik) . Eine schmerzliche Entwicklung für die heimische Autofahrer-Seele. Wenngleich sich der Preis von Erdöl, also jenem Rohstoff, aus dem Sprit gewonnen wird, im selben Zeitraum sogar von 25 Dollar das Barrel (je 159 Liter) auf aktuell 125 Dollar verfünffacht hat.

Spritpreise im Vergleich
© Bild: Kurier Grafik

Die Spitzenpreise, die am Dienstagmittag laut ARBÖ auf Österreichs Straßen bezahlt werden mussten, lassen so manchen Autofahrer ungläubig die Stirn in Falten legen. 1,559 Euro kostet der Liter Superbenzin an Tankstellen am Wiener Stadtrand. Diesel ist in Tirol mit 1,484 entlang der Fernpass-Bundesstraße am teuersten.

Im österreichweiten Durchschnitt wird Diesel derzeit um 1,42 Euro feilgeboten, Superbenzin um 1,48 Euro. Vor allem der Ottokraftstoff hat in den vergangen Monaten eine beispiellose Rekordjagd hinter sich.

Seit Jahresbeginn verteuerte sich Super um knapp neun Prozent. Ein Blick auf die internationalen Großhandelspreise zeigt allerdings, dass es noch dicker hätte kommen können: An der Börse legte Eurosuper in den vergangenen drei Monaten um satte 30 Prozent zu.

Wenngleich die Autofahrerclubs nicht davon ausgehen, dass die heimischen Tankstellenpreise vor den Feiertagen signifikant sinken werden. Es bleibt zumindest zu hoffen, dass die Mineralölkonzerne, angesichts des Höchstpreisniveaus, auf ihr diesjähriges Osterkörberlgeld verzichten werden.

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( Kurier ) Erstellt am 27.03.2012