© dpa/Sebastian Widmann

Steuervermeidung
11/05/2014

Transparency kritisiert Schweigen der Konzerne

Kabarettisten rufen mit "starbucketchallenge" zu Aktionismus gegen Starbucks auf.

Wie viel Steuern zahlt das Unternehmen? Für Konzerne die Gretchenfrage schlechthin. Nach Ansicht der Antikorruptions-Organisation Tranparency International (TI) geben die weltweit größten Unternehmen nach wie vor zu wenig finanzielle Informationen über ihre Aktivitäten im Ausland preis. Einer Studie zufolge veröffentlichen 90 von 124 untersuchten Großkonzerne keine Informationen zu im Ausland gezahlten Steuern.

54 der analysierten Unternehmen informierten nicht über ihre Umsätze in anderen Ländern. Europäische Firmen, darunter auch einige deutsche DAX-Konzerne, schnitten in der Studie noch am besten ab. Sechs der elf Unternehmen, denen TI die schlechtesten Transparenznoten verlieh, waren chinesische Konzerne. In der TI-Studie wurden die Unternehmen danach bewertet, inwieweit sie über Schritte zur Verhinderung von Korruption sowie über ihre Tochterfirmen und Holdingstrukturen berichten. Auch inwieweit sie wichtige Finanzdaten zu ihren Auslandsgeschäften veröffentlichen, floss in die Beurteilung ein.

Die schlechteste Bewertung erhielt die Bank of China, gefolgt vom japanischen Autokonzern Honda Motor. Enttäuschend schnitten laut TI auch die großen Technologie-Konzerne Amazon, Apple, Google und IBM ab. Technologie-Unternehmen würden die Veränderungen vorantreiben, die unsere Gesellschaften offener machten, beklagte TI-Geschäftsführer Cobus de Swardt: "Sie sollten für andere Unternehmen ein Beispiel abgeben in puncto Transparenz." Generell forderte er mehr Transparenz, um die Geldströme zwischen Regierungen und Unternehmen verfolgen zu können.

Protest gegen Starbucks

Als Bürgerprotest gegen die Steuervemeidungstricks der Großkonzerne rufen die Kabarettisten der ZDF-Sendung "Die Anstalt" - augenzwinkernd - zu einer ungewöhnlichen Social-Media-Aktion auf: Der #starbucketchallenge. Diese sieht in Anlehnung an die icebucketchallenge vor, dass Konsumenten einen Frappuccino bei der US-Kaffeehauskette Starbucks bestellen und sich das Getränke über den Kopf schütten. Freilich nicht, ohne sich dabei mit dem Handy filmen zu lassen, das Video via Twitter oder Facebook online zu stellen und anschließend drei weitere Personen zu nominieren, die das Gleiche machen sollen.

Die Teilnahme an der Aktion hält sich trotz zahlreicher positiver Kommentare bisher in Grenzen. Nur wenige Protestler stellten bisher ihre Videos online. Manche Postings zweifeln aber auch an der Wirksamkeit, zumal die US-Kaffeehauskette ja nur Steuermodelle nutzt, die Regierungen so ermöglicht haben.

Satiresendung

"Die Anstalt" ist eine politische Satiresendung, die dienstags um 22.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird. In ihrer Sendung vom 28.Oktober befassten sich die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner mit dem Thema Steuern. Sie erklären in der Sendung sehr anschaulich, wie es Konzernen wie Apple, Amazon und Starbucks gelingt, ihre Geschäfte in Europa nahezu steuerfrei über die Bühne zu bringen.

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