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Tourismus
01/15/2014

Winter ist ein "Massengeschäft"

Um international ein Leiberl zu haben, müssen sich Hoteliers zusammenraufen.

von Simone Hoepke

Freizeitforscher Peter Zellmann hält nichts von Jubelmeldungen. Die Tourismus-Branche müsse „im 21. Jahrhundert ankommen“, sagte er am Rande des Hotelierkongresses in Wels. An Hoteliers appelliert er, ein „faires Preis-Leistungs-Verhältnis“ zu schaffen.

KURIER: Haben wir zu viele Gästebetten oder kommen zu wenige Touristen?

Peter Zellmann: In Wien haben wir zu viele Betten, aber in anderen Regionen ist die Situation ganz anders. Wir müssen uns auf das aktuelle Nächtigungsniveau einstellen. Ich weiß nicht, woher Jubelexperten ihre Prognosen von künftig 150 Millionen Gästenächtigungen im Jahr(derzeit 130 Millionen)hernehmen. Diese sind wissenschaftlich nicht haltbar. Die Leute haben ja nicht auf einmal mehr Geld für Urlaube.

Ist die Zeit der steigenden Gästezahlen aus Ihrer Sicht vorbei?

Wenn wir 2014 zwei oder drei Prozent weniger Nächtigungen haben, ist das nicht der Untergang des touristischen Abendlandes. Das Ziel der nächsten fünf Jahre muss vielmehr eine Erhöhung der Wertschöpfung sein. Hoteliers müssen ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis schaffen. Das heißt nicht, dass wir noch mehr 5-Stern-Häuser brauchen.

Zuerst müssen die Gäste aber auf die Idee kommen, überhaupt in Österreich zu urlauben ...

Wir haben derzeit rund 1000 Tourismusmarken in Österreich, die sich alle über schöne Berge, saubere Luft oder Kulinarik positionieren und damit austauschbar sind. Um in Europa wahrgenommen zu werden, müssten wir auf 50 bis 60 Marken reduzieren. Da müssen sich die Regionen zusammenraufen, um international bestehen zu können. Die Marke Kitzbüheler Alpen könnte beispielsweise bis Wörgl reichen, die Region Wörthersee bis ins Gailtal.

Da würden Vertreter von Wörgl und Hermagor jetzt wohl aufschreien ...

Um innovativ zu sein, muss man seine alten Denkgewohnheiten auch einmal ablegen und im 21. Jahrhundert ankommen. Sinnvoll wäre es, Regionen zu schaffen, die mindestens drei Millionen Nächtigungen im Jahr generieren. Das ist nicht so viel, wie es sich anhört – das Zillertal spielt in dieser Liga.

Welche Regionen müssen sich besonders sorgen?

Alle, die 2013 ein Minus ausgewiesen haben, also Regionen in Kärnten, Burgenland und Niederösterreich. Aufpassen müssen aber alle. Hätten wir keinen Städtetourismus, hätten wir unterm Strich ein Nächtigungsminus.

Kann jede Region eine Ganzjahresdestination werden?

Von einer Saison können die wenigsten Hoteliers leben, abgesehen von Obertauern, die von Dezember bis April fast hundert Prozent Auslastung haben. Das Wintergeschäft ist ein reines Massengeschäft, im Sommer muss man sich als Touristiker Nischen suchen. Vielen Tiroler Tälern ist das gelungen. Das Ötztal hat mit dem Freizeitpark Area 47 die Sommernächtigungen erfolgreich angekurbelt.

Welche Bedeutung haben eigentlich Großveranstaltungen?

Sie sind wichtig, weil sie eine gute Werbung sind und Aufmerksamkeit schaffen. Aber sie machen keine Saison, dafür braucht es mehr.

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Nächtigungsrückgang befürchtet

Die deutschen Urlauber sind Österreich in der Krise treu geblieben. Zeit zum Zurücklehnen bleibt den Hoteliers aber keine. „Springt die Konjunktur wieder an, fahren die Deutschen wieder weiter weg“, prophezeit Christian Keuschnigg, Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), am ÖHV-Hotelierkongress in Wels. Statt mit dem Auto in die Berge zu fahren, werden wohl viele wieder einen Flug nach Mallorca buchen. Keuschnigg geht davon aus, dass bereits 2014 und 2015 weniger deutsche Gäste nach Österreich kommen werden (Minus 0,1 bzw. 1,1 Prozent). Das wird in der Bilanz Spuren hinterlassen. Denn auch wenn gerne über mehr Urlauber aus Russland und Osteuropa gejubelt wird, entfallen knapp 40 Prozent der Übernachtungen auf deutsche Urlauber.

Laut Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), hat die Branche weniger ein Auslastungs- als ein Preisproblem: „Wir haben uns in der Krise die Auslastung oft erkauft, das können wir uns nicht mehr leisten.“ Aus Kundensicht ist die Branche dank Buchungsplattformen transparent geworden. Die Klausel, dass Hoteliers ihre Zimmer auf der eigenen Homepage nicht billiger als auf Plattformen wie HRS anbieten dürfen, fällt nun aber nach einem Entscheid der deutschen Wettbewerbshüter. Hoteliers aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten gegen die Klausel protestiert.

Reitterer betont einmal mehr die Bedeutung des Tourismus als Arbeitgeber. Allein 2013 habe die Branche 4000 Jobs geschaffen. „Überall, wo der Tourismus stark präsent ist, haben wir eine geringe Arbeitslosigkeit.“ Salzburg und Tirol haben laut ÖHV im Vergleich mit 237 europäischen Regionen die niedrigsten Arbeitslosenquoten.

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