Wirtschaft
05.12.2011

Tokioter Börse schluckt Rivalin

Die Börse in Tokio und ihre kleine Konkurrentin OSE wollen sich bis Herbst über eine Fusion einigen. Es gibt aber noch Differenzen.

In der Börsen-Landschaft werden zurzeit die Karten neu gemischt. Die Deutsche Börse und die US-Börse NYSE Euronext wollen sich zum weltgrößten Handelsplatz zusammenschließen. Zuletzt platzte die Fusion der Börsen von London und Toronto. Laut Spekulationen soll die London Stock Exchange von der Nasdaq gekauft werden. Und: Der größte und zweitgrößte Börsenbetreiber in Japan wollen sich bis Herbst über eine Fusion einigen. Die Tokioter Börse und die kleinere Rivalin Osaka Securities Exchange (OSE) streben Kreisen zufolge einen zügigen Zusammenschluss an. Differenzen könnten das Vorhaben jedoch noch gefährden.

Für die Tokioter Börse - der nach Volumina viertgrößte Anbieter weltweit - wäre die OSE eine gute Ergänzung und würde den Handelsplatz in der japanischen Hauptstadt stärken.

Die Übernahme könne entweder durch einen Aktientausch oder ein Offert der Tokioter Börse für die kleinere Konkurrentin erfolgen. Ein Sprecher der Tokioter Börse sagte, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die OSE wollte keinen Kommentar abgeben.

Differenzen

Bisher habe einer Einigung vor allem der Plan der Tokioter Börse im Weg gestanden, vor einer Fusion eigene Aktien herauszugeben. Die Tokyo Stock Exchange (TSE) fürchtet ansonsten den Vorwurf, sie strebe eine Notierung durch die Hintertür an, ohne ihren eigenen Kriterien für Emissionen zu genügen. Die bereits notierte Börse in Osaka ist den Kreisen zufolge dagegen auf einen schnellen Zusammenschluss erpicht, um ausländischen Wettbewerbern besser die Stirn bieten zu können.

Der OSE-Präsident hatte im vergangenen Monat gesagt, Fusionsgespräche mit der TSE seien später als Juni schwierig, falls die Tokioter Börse nicht ihre Haltung ändere. Die Verhandlungen laufen bereits seit März. Am Dienstag hatte die Zeitung Asahi berichtet, der Tokioter Markt wolle die Konkurrentin zu einer hundertprozentigen Tochter machen. Die auf Derivate spezialisierten OSE lehne dies aber ab. OSE-Papiere stiegen am Dienstag um acht Prozent und legten am Mittwoch erneut um 2,5 Prozent zu.