Brummender Export: Produkte made in Austria – wie etwa Autobestandteile – sind wieder gefragt

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Tiefrote Handelsbilanz: 8 Milliarden Defizit
02/27/2012

Tiefrote Handelsbilanz: 8 Milliarden Defizit

Österreich hat 2011 um 12 Prozent mehr exportiert. Noch stärker legten aber die Importe zu, auch wegen der Rohstoffpreise.

Für Wolfgang Litzlbauer war 2011 ein gutes Jahr. "Vor allem der Export nach Deutschland ist hervorragend gelaufen", freut sich das Vorstandsmitglied des Autozulieferers Miba. Die Werke in China und den USA produzieren auf Hochtouren, doch auch die heimischen Werke können vom neuen Nachfrage-Boom nach deutschen Premium-autos profitieren. Seit Dezember sehe man zwar eine leichte Entspannung bei der Nachfrage nach Motoren-Gleitlagern oder Formteilen, "aber aus heutiger Sicht sind wir für 2012 sehr zuversichtlich", so Litzlbauer.

Nicht nur bei Miba lief es im abgelaufenen Jahr prächtig: Der Welthandel ist nach der Wirtschaftskrise wieder angesprungen, auch Österreichs Exporte brummen. 2012 legten die heimischen Ausfuhren um stolze zwölf Prozent auf 122 Milliarden Euro zu – ein neuer Rekord. Vor allem Maschinen, Anlagen oder Umwelttechnologie sind gefragt.

Dennoch klafft in der Handelsbilanz nach ersten Berechnungen ein Loch von 8,2 Milliarden Euro – nach 4,3 Milliarden im Jahr zuvor. Tendenz weiter steigend. Denn Österreich hat 2011 auch um 15 Prozent mehr für Wareneinfuhren bezahlt. "Die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise finden hier deutlich ihren Niederschlag und Asien holt auf", erklärt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl.

Asienboom

So konnte Asien im Zeitraum 2006 bis 2010 seinen Anteil an den weltweiten Exporten von 29,5 auf 33,3 Prozent ausbauen. Europa liegt mit einem Anteil von 33,8 Prozent nur noch knapp vorne. 2006 waren die EU-Länder noch für 38 Prozent der weltweiten Ausfuhren zuständig. Leitl: "Die Welt ist hungrig nach Erfolg, Europa ist müde und schwächelt." Auch die US-Exportwirschaft habe sich besser gehalten als jene Europas.

Potenzial für zusätzliche Aufträge aus dem Ausland sieht Leitl vor allem im Dienstleistungssektor – vom Tourismus über die Kreativwirtschaft bis zum Bausektor. In drei Jahren soll der Anteil der Dienstleistungsausfuhren an den Gesamtexporten von einem Viertel auf ein Drittel steigen.

Derzeit gehen rund 70 Prozent der rot-weiß-roten Exporte in ein anderes EU-Land, mehr als 80 Prozent der exportierten Waren bleiben innerhalb Europas. Die Exportwirtschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, den Übersee-Anteil zu steigern, die Ausfuhren nach China sollen bis 2015 verdoppelt werden. Für den Platinenbauer austriamicrosystems ist Asien schon jetzt der wichtigste Markt: "Wir liefern an asiatische Kunden, die dort produzieren und dann weltweit verkaufen", erklärt Sprecherin Ulrike Anderwald. Die kräftige Nachfrage nach Elektronikprodukten wie Smartphones beflügelt auch 2012: "Wir erwarten heuer mehr als 20 Prozent Umsatzwachstum."

Wirtschaftsmotor: 40.000 Exporteure Höchststand Die österreichische Exportwirtschaft hat ihr Ausfuhrvolumen im Vorjahr um zwölf Prozent auf 122 Milliarden Euro gesteigert. Damit entwickelte sich Österreich parallel zum wichtigsten Handelspartner Deutschland (Plus elf Prozent). Rund 40.000 Betriebe in Österreich verkaufen ihre Waren und Dienstleistungen ins Ausland. Allein nach Deutschland wurden im Vorjahr Waren im Wert von mehr als 35 Milliarden Euro exportiert, ein Plus von elf Prozent. Hoffnungsmärkte Vor allem die Exporte in die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens (+16 Prozent) und Südamerikas (+11 Prozent) haben die Exportbilanz aufpoliert. Die Ausfuhren in die USA legten um 20 Prozent zu.

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