Wirtschaft 11.03.2014

Tempo 100 auf Autobahnen

Weniger Spritverbrauch durch geringere Geschwindigkeit. © Bild: BILDAGENTUR WWW.FUNKBILD.AT HERMANN WAKOLBINGER/hermann wakolbinger

Der Finanzminister kassiert bei Energie kräftig mit. Fast vier Milliarden Euro wurden 2013 an Steuern bezahlt.

Egal ob das Licht aufgedreht, die Heizung eingeschaltet oder das Auto aufgetankt wird. Der Finanzminister schneidet mit. Rund 3,8 Milliarden Euro wurden laut Energieagentur im vergangenen Jahr an Steuern und Abgaben auf Energie bezahlt. Das sind 36 Prozent der gesamten Energie-Kosten von durchschnittlich 2840 Euro pro Haushalt. Knapp sechs Prozent der Abgaben und Steuern auf Energie entfallen auf die Ökostromabgabe.

Steuersätze

Die Steuersätze für die einzelnen Energieträger liegen weit auseinander. 21 Prozent Abgabenquote bei der Heizung war der niedrigste Wert. Beim Strom nimmt der Staat 31 Prozent. Bei den Treibstoffen machen Steuern und Abgaben mit knapp über 50 Prozent mehr aus als die Kosten für den Sprit.

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© Bild: grafik/energiepreise_haushalt.pdf
Jede Tankfüllung ist ein persönlicher Beitrag zur Budgetsanierung. Auch wenn die Gesamtausgaben für Treibstoff weniger geworden sind. Das ist eine Folge der gesunkenen Preise für Ölprodukte und Gas. Insgesamt mussten die Haushalte 2013 um drei Prozent weniger für Energie ausgeben als 2012.

Der Vorstoß des Geschäftsführers der Energieagentur, Peter Traupmann, kann wohl kaum als Beitrag zur Reduktion der Staatsschulden verstanden werden. Er schlägt vor, das Tempolimit auf der Autobahn auf 100 km/h und auf den Bundesstraßen auf 80 km/h zu senken. "In den USA oder Kanada ist das überhaupt kein Thema", verweist Traupmann auf die Tempolimits in Nordamerika.

Eine geringere Durchschnitts-Geschwindigkeit würde den CO2-Ausstoß und den Spritverbrauch ebenso verringern wie die Ausgaben für den Verkehr von derzeit 40 Prozent der gesamten Energiekosten. Etwas weniger, nämlich 32 Prozent, entfallen auf die Heizung und 28 Prozent auf Strom.

Höhere Preise

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© Bild: grafik/energiepreise_wi.pdf
Elektrische Energie ist nach einer Teuerung im Jänner 2013 preislich stabil. Eine deutliche Preissteigerung von mehr als zehn Prozent gab es bei Holz-Pellets. "Das ist eine Folge von Angebot und Nachfrage", lautet die Erklärung von Traupmann. Wenn mehr Pellets-Öfen verkauft werden, steigt die Nachfrage. Pellets werden aus Holzspänen gemacht. Dass weniger Holz geschnitten wird, habe auch zur Kostensteigerung beigetragen, ergänzt Herbert Lechner, wissenschaftlicher Leiter bei der Energieagentur.

Energiewende

Hintergrund der Bemühungen um die Energiewende und das Energiesparen ist der Klimaschutz. Die EU und Österreich sehen sich dabei als Vorreiter. China und die Schwellenländer beeindruckt das nicht. Sie verweisen auf die gesamten CO2-Emissionen der Industriestaaten seit Beginn der industriellen Revolution.

Erstellt am 11.03.2014