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Telekom-Prozess
02/18/2013

Schieszler im Zeugenstand

Heute sagt der ehemalige Prokurist Schieszler vor Gericht aus.

Heute sagt im Telekom-Prozess erstmals der ehemalige Telekom-Prokurist Gernot Schieszler vor Richter Michael Tolstiuk aus. Schieszler strebt den Status eines Kronzeugen an und will sich damit Haftverschonung erkaufen. Voraussetzung ist, dass er umfassend und wahrheitsgetreu mit den Ermittlungsbehörden kooperiert.

In den ersten drei Verhandlungstagen wurden Ex-Festnetzvorstand Rudolf Fischer und Ex-Finanzvorstand Stefano Colombo von dem ehemaligen Telekom-Prokuristen Josef Trimmel belastet. Sie sollen das "Go" für den Broker Johann Wanovits gegeben haben, mit einer großen Kursorder den Telekom-Aktienkurs auf die magische Schwelle von über 11,70 Euro zu heben, was wiederum ein 8,8 Mio. Euro schweres Bonusprogramm für knapp 100 Manager zur Auszahlung brachte. Ex-Generaldirektor Heinz Sundt wurde hingegen entlastet.

Wanovits und Trimmel hatten sich bei ihren Aussagen in Widersprüche verwickelt. So will Wanovits auf eigenen Antrieb die Telekom-Aktien gekauft haben, gleichzeitig hat er aber eine "Risikopräme" von der Telekom gefordert. 600.000 Euro sollen im Papiersackerl bei mehreren Treffen übergeben worden sein. 390.000 Euro soll Wanovits über Scheinrechnungen für Studien vom Telekom-Lobbysten Peter Hochegger erhalten haben. Wanovits besteht darauf, dass die Studien die bezahlte Summe wert waren - räumt aber ein, dass sie "sehr gut" dotiert wurden. Für eine 175.000 Euro teure Studie will er "einige Wochen" gearbeitet haben.

Hochegger am Mittwoch

Am Dienstag findet keine Verhandlung statt, am Mittwoch kommt dann der nächste Top-Zeuge: Peter Hochegger. Am Freitag dieser Woche könnte bereits ein Urteil fallen. Der Vorwurf lautet auf Untreue - Strafrahmen bis zu zehn Jahre. Trimmel und Wanovits werden als Beitragstäter geführt. Fischer hat sich teilschuldig bekannt, alle anderen Angeklagten haben auf "nicht schuldig" plädiert.

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