Wirtschaft 05.12.2011

Telekom erwägt Klage gegen Ex-Chefs

Nicht nur Rudolf Fischer wird Aktien-Manupulation vorgeworfen. Auch die Ex-Vorstände Heinz Sundt und Stefano Colombo werden belastet.

Nicht nur dem einstigen Festnetz-Vorstand der Telekom, Rudolf Fischer, wird (wie berichtet) die Manipulation des Telekom-Aktienkurses vorgeworfen. Laut profil hat der einstige Telekom-Manager Gernot Schieszler in seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft Wien auch die früheren Vorstände Heinz Sundt und Stefano Colombo schwer belastet. Nur der einstige Chef Boris Nemsic soll nicht direkt in die Manipulation des Aktienkurses verwickelt gewesen sein, der rund 100 Telekom-Managern durch ein Bonus-Programm in Summe neun Millionen Euro eingebracht hat. Bei der Telekom Austria erklärte man gestern, natürlich Konsequenzen ziehen zu wollen. Eine Sprecherin: "Sollten sich diese Verdachtsmomente bestätigen, werden wir auch gegen Sundt und Colombo Klage einbringen."

Schadlos

Bereits Mitte der Woche hatte der aktuelle Telekom-Chef Hannes Ametsreiter angekündigt, sich in der Kurs-Affäre jedenfalls bei Schieszler, Fischer und dem früheren Geschäftskundenleiter Josef Trimmel in voller Höhe schadlos halten zu wollen - sie also auf neun Millionen Euro zu verklagen. Ametsreiter, der damals selbst von dieser Bonus-Regelung profitierte, hat seinen Bonus bis zur Klärung aller Umstände auf ein Treuhandkonto gelegt.

Laut Profil sollen Colombo und Fischer ihren Vize-Finanzchef Schieszler am 26. Februar 2004 in einer Telefonkonferenz dazu gedrängt haben, den ihm bekannten Aktienhändler Johann Wanovits mit der Manipulation des Aktienkurses zu beauftragen. Dieser habe dafür eine Million Euro in bar als Risikoprämie erhalten.

Um die Transaktion zu verschleiern, wurden Scheinaufträge an den Lobbyisten Peter Hochegger vergeben, der das Geld (mit Abschlägen) an Wanovits weiterleitete. Eine von der Telekom selbst erstellte "Marktstudie Mittel- und Osteuropa" sei dafür Hochegger übermittelt und schließlich auf seinem Briefpapier "zurückgekauft" worden.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011