Wirtschaft
28.03.2015

Tanken: Am billigsten ist es kurz vor zwölf Uhr in Österreich

Wer seinen Osterurlaub im angrenzenden Ausland verbringt, tankt am besten noch in Österreich. Denn billiger ist Sprit in kaum einem Land.

Das Jammern über zu hohe Spritpreise in Österreich ist beliebt – insbesondere vor Ferienbeginn. Doch Tatsache ist: In kaum einem Nachbarland ist tanken billiger als hierzulande. In Italien, Deutschland und der Schweiz müssen Autofahrer viel mehr fürs Auftanken hinblättern als in Österreich.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat die Preise sogar EU-weit verglichen. Demnach ist Diesel nur in fünf EU-Staaten billiger als in Österreich, etwa in Polen oder in Lettland. "Auch für Österreichs rund zwei Millionen Benzin-Pkw-Fahrer kann die Autoreise ins Ausland teuer werden", sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer. In Italien kostet eine 50-Liter-Tankfüllung sogar um 18 Euro mehr als in Österreich. In Griechenland sind um fast 15 Euro mehr zu zahlen als hier zu Lande. Der Grund für die Differenz liegt meist in der höheren Mineralölsteuer der anderen Länder.

Tipps zum Sparen

Martin Grasslober vom ÖAMTC rät allen, die ihren Osterurlaub per Auto antreten, jedenfalls in Österreich voll zu tanken. "Aber auch hier gilt es, die Tankstellenpreise zu vergleichen. Immerhin betragen die Unterschiede zwischen der billigsten Tankstelle und den teuren Autobahntankstellen rund zwölf Euro je 50-Liter-Tankfüllung", betont er.

Sein Spar-Tipp Nummer zwei lautet: Tanken am besten kurz vor zwölf Uhr Mittag. Denn die Tankstellen dürfen nur ein Mal pro Tag – und zwar um zwölf Uhr Mittag – die Preise erhöhen. Von da an sinken die Preise, abhängig von der Konkurrenzlage der jeweiligen Tankstelle, wieder bis um zwölf Uhr am nächsten Tag. Dann schraubt der Tankstellenbetreiber den Preis wieder hoch und beobachtet die Mitbewerber.

Billiges Öl

Im Vergleich zu Ostern des Vorjahres jedenfalls tanken die Österreicher heuer deutlich billiger: bei Diesel im Durchschnitt um 17 Cent je Liter, bei Eurosuper um 20 Cent. Der Grund für den Preisrückgang liegt im steilen Verfall des Ölpreises, der sich seit Juni 2014 in etwa halbiert hat.

Experten rechnen damit, dass die Tiefpreisphase bei Öl noch einige Zeit anhalten wird. Das Überangebot am internationalen Ölmarkt ist unter anderem wegen der Schieferölförderung der USA und der schwachen Nachfrage der Industrie enorm. Erst am Donnerstag meldeten die USA, dass ihre Öllagerstände so hoch sind wie seit 80 Jahren nicht mehr. Der Konflikt im Jemen hat diese Woche zwar zu einem kurzfristigen Anstieg der Ölpreise geführt. Aber schon am Freitag ging es wieder bergab.

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich am Freitag gegenüber dem Vortag um zwei Prozent auf 57,84 Dollar je Fass (159 Liter). Im Februar lag der Preis aber noch deutlich tiefer – bei rund 50 Dollar. Im Gegensatz zu früheren Tiefpreis-Phasen bei Öl will die OPEC dieses Mal ihre Förderung nicht reduzieren. Das Ölkartell kämpft verbissen um seine Marktanteile, die vor allem in den USA drastisch sinken.