Wirtschaft
07.07.2017

Merkur expandiert mit kleineren Märkten

Dieses Jahr werden sieben Fililalen neu gebaut und sechs umgebaut. Merkur sieht Potenzial für 40 Kompakt-Standorte.

Der Lebensmittelhändler Merkur will mit kleineren Filialen in Österreich punkten. "Mit dem Merkur-Markt auf kompakterer Fläche ist es uns möglich, noch besser und flexibler auf die individuellen Standortbedürfnisse von Regionen und Städten zu reagieren", sagte Merkur-Chefin Kerstin Neumayer am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Mit kompakteren Filialen könne man in Gegenden vordringen, wo Merkur bisher aufgrund der Größe als Verbrauchermarkt keinen Platz hatte, so Neumayer. Strengere Raumordnungsvorschriften erschweren auch den Bau von Supermärkten auf der sogenannten "grünen Wiese". Ein durchschnittlicher Merkur-Markt hat in Österreich rund 1.800 Quadratmeter. Die kleineren Filialen werden zwischen 1.100 und 1.500 Quadratmeter groß sein. Der erste kompaktere Merkur-Standort eröffnet am 27. Juli im burgenländischen Kittsee. Merkur-Vorstand Harald Mießner schätzt das langfristige Potenzial für kleinere Märkte österreichweit auf zusätzlich rund 40. Derzeit verfügt Merkur über 131 Filialen.

Merkur will stärker auch in dicht besiedelten Wohngebieten expandieren. "Die Zukunft sehen wir besonders in integrierten Konzepten, bei denen Gewerbebauten durch Wohnungen, gemeinnützige Einrichtungen oder Grünflächen ergänzt und Teil einer Gebietsentwicklung werden", so Mießner. Beim 2016 eröffneten Merkur-Markt in Wien Liesing befindet sich am Dach ein Kindergarten.

Stärkstes Expansionsjahr

2017 soll laut Merkur das stärkste Expansionsjahr in der Geschichte der Supermarktkette sein, die im Jahr 1969 von Karl Wlaschek gegründet wurde. Für sieben Neueröffnungen und sechs Umbauten hat Merkur ein Investitionsvolumen von 100 Mio. Euro vorgesehen. Vier der heuer geplanten Neueröffnungen werden in dem kompakteren Format gebaut. Bei kleineren Merkur-Filialen bleibt der Lebensmittel-Frischebereich gleich groß, nur das Trockensortiment wird etwas verkleinert. Merkur gehört zu Rewe International (Billa, Penny, Bipa, Adeg) und hat rund 10.000 Mitarbeiter.

Merkur-Chefin Neumayer verwies auch auf den Ausbau des Online-Shops, der im Juni 2016 gestartet wurde. Im Jahr 2018 will Merkur auch Bestellungen in Graz und Linz ausliefern. Das Online-Sortiment von Merkur umfasst über 14.000 Produkte, derzeit wird in Wien und Umgebung zugestellt. "Trotz all dieser technischen Möglichkeiten wollen die Kunden aber nicht auf die persönliche Beratung und ein individuelles Einkaufserlebnis im Merkur-Markt verzichten", sagte Neumayer.