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Strompreise
08/26/2014

Strom in Ostösterreich bald billiger

EnergieAllianz reduziert Strompreise ab 1. Oktober. Salzburg stellt Verbilligung für kommendes Jahr in Aussicht.

Haushaltskunden in Ostösterreich und in Salzburg können sich auf niedrigere Strompreise einstellen. Die EnergieAllianz (Wien Energie, EVN, Energie Burgenland) hatte bereits eine Verbilligung per 1. Oktober angekündigt. Eine Senkung des Strompreises stellt nun auch die Salzburg AG für 2015 in Aussicht. Aus mehreren anderen Energieversorgern hieß es, man plane keine Änderungen.

Die Energieregulierungsbehörde E-Control sieht weiteres Senkungspotenzial und verweist auf Einsparmöglichkeiten durch einen Lieferantenwechsel.

Die Stromrechnung besteht aus drei Teilen. Dem reinen Energiepreis, nur hier ist Wettbewerb und damit ein Lieferantenwechsel möglich. Die anderen Komponenten sind die vom Standort abhängigen Netzgebühren sowie Steuern und Abgaben wie etwa die Ökostromabgabe.

Bis zu 35 Euro an Einsparungen

Die EnergieAllianz verbilligt für ihre mehr als 2 Millionen Kunden wie bereits im Juni angekündigt per 1. Oktober die reine Energiekomponente um 10 Prozent. Der Gesamtpreis sinkt um 4,5 bis 5 Prozent. Einem durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) bringt dies Einsparungen zwischen 25 und rund 35 Euro im Jahr. Die niederösterreichische EVN legt ab 1. Oktober für ihre Kunden auch ein Bonusprogramm auf. Punkte sammeln kann man neben dem Energiebezug etwa auch für Bankeinzug oder erfolgreiche Weiterempfehlungen. Eingelöst werden können sie für verbrauchreduzierende Maßnahmen.

Salzburg reduziert 2015

Eine Senkung des Strompreises stellt auch die Salzburg AG in Aussicht. "Aus derzeitiger Sicht werden die Beschaffungskosten für Strom im Jahr 2015 sinken", heißt es. "Daher werden wir die Vorteile aus der günstigeren Beschaffung im nächsten Jahr auch in Form von Preissenkungen für 2015 an unsere Kunden weitergeben. Die Energiepreissenkung der Salzburg AG wird - je nach Verbrauch und produktspezifisch unterschiedlich - zwischen 5 und 10 Prozent betragen."

Der unter anderem für Pricing in der Enamo - der gemeinsamen Vertriebstochter von Energie AG Oberösterreich und Linz AG - zuständige Geschäftsführer Robert Mayr stellte fest, man werde im Herbst keine Preisreduktion vornehmen, aber den Markt genau beobachten. "Aus heutiger Sicht ist es leicht möglich, dass wir Anfang 2015 erneut ein Kundenpaket schnüren", sagte Mayr. Er erinnerte daran, dass die Enamo ein "Vorteilspaket" per Jahresbeginn 2014 angeboten hatte. Es enthält unter anderem tageszeitabhängige Strompreise mit Gratisstromtagen, eine Preisgarantie bis mindestens 2016 und für Premium-Kunden bis 2017 sowie für die Bindung auf ein Jahr 30 Gratisstromtage. Letzteres entspreche einer Energiepreisreduktion von 8,2 Prozent oder an die 30 Euro in einem durchschnittlichen Haushalt.

Preise in Westösterreich bleiben gleich

Keine Strompreissenkung plant der Kärntner Energieversorger Kelag. Das erklärte ein Unternehmenssprecher auf APA-Anfrage. Man beobachte aber den Markt und werde gegebenenfalls reagieren. Der Leistungspreis der Kelag, so wird argumentiert, liege im Österreich-Vergleich im unteren Drittel.

Keine Änderung beim Strompreis geplant ist beimVorarlberger Landesenergieversorger VKW. Quido Salzmann, Leiter des Bereichs Energiewirtschaft und Vertrieb, meinte auf Anfrage der APA, dass auch nach der Preissenkung der "EnergieAllianz" Strom in Vorarlberg noch immer 15 bis 20 Prozent billiger sei. Aus dieser Situation heraus sehe man bei der VKW, die derzeit der günstigste Landesversorger sei, aktuell keinen Handlungsbedarf.

Der Vorstandsvorsitzende des landeseigenen Tiroler Energieversorgers Tiwag, Bruno Wallnöfer, erklärte gegenüber der APA, es werde in Tirol weder zu Preissenkungen noch zu Erhöhungen kommen. Das Bundesland gehöre zusammen mit Vorarlberg zu den "Preisführern" österreichweit. Solange man ohnehin der Billigste sei, sehe er keinen Grund, mit den Preisen für die Energiekomponente bei Strom runterzugehen. "Billiger als der Billigste muss man nicht sein", meinte Wallnöfer, der darauf verwies, dass man die Preise in Tirol über viele Jahre sehr stabil gehalten habe und auch über "Hochpreiszeiten durchgetaucht" sei. Eine Erhöhung wiederum werde "selbstverständlich nicht" kommen und sei auch in den nächsten Jahren "weit und breit nicht in Sicht".

Auch seitens der Energie Steiermark ist laut Vorstandssprecher Christian Purrer nicht an eine Strompreissenkung gedacht. Man wolle sich vielmehr darauf konzentrieren, die Kunden beim Stromsparen zu unterstützen: "Die günstigste Kilowattstunde ist noch immer jene, die man gar nicht verbraucht." Um die Effizienz im Haushalt zu erhöhen und bis zu 30 Prozent zu sparen, biete man z.B. einen E-Check an. Purrer verwies auf Anfrage der APA darauf, dass sein Unternehmen den Kunden bereits seit 2008 ein konstant günstiges Preisniveau biete. Durch einen internen Sparkurs habe man, auch als sich die Marktpreise nach oben bewegten, die Steigerungen nicht an die Kunden weitergegeben. Dass man jetzt bei anderen Anbietern über interne Kostensenkungen nachdenke, sei jedenfalls begrüßenswert, so der Energie-Steiermark-Vorstandssprecher.

Verbund: "Spannende Angebote"

Aus demVerbund, dem größten überregionalen Anbieter, heißt es, man werde sicher im Herbst wieder spannende Angebote bringen. Der Verbund hat vor einem Jahr die Strompreise um durchschnittlich 10 Prozent gesenkt.

E-Control-Vorstand Walter Boltz sieht vor allem im Gebiet der EnergieAllianz und in Oberösterreich noch weiteres Preissenkungspotenzial. Im Westen des Landes sei es geringer. Das Einsparpotenzial durch einen Lieferantenwechsel lag laut dem vom Wirtschaftsministerium auf Basis von Berechnungen der E-Control veröffentlichten Energiepreis-Monitor Anfang August zwischen 68 Euro pro Jahr in Tirol und 178 Euro in Oberösterreich (inklusive Netzgebiet Linz). Die bis zu knapp 180 Euro sind laut E-Control die höchsten Sparmöglichkeiten seit Beginn der Strommarkt-Liberalisierung im Herbst 2001.

126.000 wechselten Anbieter

Einen neuen Stromanbieter gesucht haben sich heuer im ersten Halbjahr rund 126.000 Haushalte, mehr als in den Jahren 2012 und 2013 zusammen. Je mehr Kunden den Lieferanten wechselten umso mehr würden auch die Preise der angestammten Versorger angepasst werden, so Boltz. Die Preise am Großhandelsmarkt gingen weiter zurück und hätten im Sommer die niedrigsten Werte seit sechs oder sieben Jahren erreicht. Es sei in nächster Zeit weiterhin mit moderaten Großhandelspreisen zu rechnen.

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