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Wirtschaft
02/29/2012

Streikdrohungen zu Olympia

Die größte britische Gewerkschaft schockt die Londoner: Sie droht zu den Olympischen Spielen im Sommer mit Streiks.

von Ingrid Steiner-Gashi

Ganz London zählt bereits die Tage herunter: Nur noch 149, noch 148 Tage bis zum Beginn der Olympischen Sommerspiele am 27. Juli – dem größten Sportfest, das die britische Metropole sei Jahrzehnten gesehen hat und auf das sie fieberhaft hinarbeitet. Mitten in die hektischen Vorbereitungen platzte am Mittwoch der Chef der größten britischen Gewerkschaft, Len McCluskey: Man werde während der Olympischen Spiele große Streiks planen, wenn die Regierung an ihren radikalen Spar- und Kürzungsvorhaben festhält. Zudem rief er zu "zivilem Ungehorsam" während der Spiele auf, um die Öffentlich Bediensteten zu verteidigen.

Chaos und Ärger der anreisenden Touristen nimmt McCluskey dabei bewusst in Kauf: "Unsere öffentlichen Bediensteten werden attackiert. Die Kürzungen sind so tief und radikal, dass die Idee, dass die Leute hier ankommen und alles schön und rosig sehen werden, einfach undenkbar ist."

Empörte Regierung

Die Regierung bringen die Streikdrohungen in Rage: "Das ist empörend und nacktes Eigeninteresse", schimpfte die konservative Ministerin Sayeeda Warsi. Arbeitnehmer- und Arbeitgeber sollten ihre Konflikte am Verhandlungstisch austragen, sagte sie gegenüber der BBC. "Kein Sportler und kein Besucher wird für diese Art Störung Verständnis haben."

Streiks und Proteste häufen sich im Land, seit die konservative Regierung David Camerons ein drastisches Sparpaket verabschiedete: Fast 100 Milliarden Euro sollen binnen vier Jahren eingespart werden. Dafür werden unter anderem fast 500.000 Stellen im Öffentlichen Sektor abgebaut, Pensionen gekürzt, das Rentenantrittsalter auf 66 Jahre erhöht und auch die Uni-Gebühren empfindlich teurer. Besonders stark gekürzt wird auf dem Wohlfahrtssektor.

Besucheransturm

Ungeachtet aller Streikdrohungen rechnet London im Sommer mit einem nie da gewesenen Besucheransturm: Die Tourismusbehörden rechnen mit jeweils 5,5 Millionen Tagesbesuchern zusätzlich zu einer Million Sportfans, die länger bleiben werden.

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