Wirtschaft
30.01.2015

Planzenschutz: Der Drahtwurm macht sich heuer vom Acker

Ein Beizmittel gegen den Erdäpfelschädling wurde zeitlich begrenzt zugelassen.

Ein Teil der Kartoffelbauern wird sich freuen. Ein Beizmittel gegen den Erdäpfelschädling Drahtwurm wurde für die Anwendung auf 6000 Hektar Ackerfläche zeitlich begrenzt zugelassen. Das verringert die teilweise massiven Ernteausfälle. Die Toxikologen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) haben nach umfangreichen Tests die Freigabe erteilt. Die Studien für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln sind umfangreicher als Studien für die Zulassung von Medikamenten.

Global 2000 und Greenpeace sprachen hingegen von einem "schweren Fehler". Der Wirkstoff Fipronil könne sich im Fettgewebe ablagern.

Die unterschiedlichen Einschätzungen werden wohl bestehen bleiben. Immerhin gibt es nun mit der Arbeitsgruppe Pflanzenschutz des Landwirtschaftsressorts ein Forum für eine sachliche Diskussion. Mit dabei sind Interessensvertreter, Handel, Produzenten und natürlich auch Umweltorganisationen. Im Frühjahr soll ein Strategiepapier vorliegen, so der Leiter der Arbeitsgruppe, VP-Nationalratsabgeordneter Johannes Schmuckenschlager, bei der Wintertagung vom Ökosozialen Forum. Der Dialog werde mit der Vorlage des Strategiepapiers "sicher nicht abgeschlossen sein".

Zum Pflanzenschutz gehören laut Schmuckenschlager "nicht nur Pflanzenschutzmittel, sondern auch Saatgutauswahl, Züchtungen und die Standortauswahl". Es ist gelungen, Weinreben zu züchten, die gegen Pilzbefall resistent sind.

Die Komplexität des Themas zeigt ein Beispiel aus dem Biolandbau. Weil ein Ersatzmittel für das Ausbringen von Kupfer in den Weingärten verboten wurde, wird nun von den Bio-Winzern für den Pflanzenschutz wieder mehr Kupfer verwendet.