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Wirtschaft
08/24/2012

Störenfried Kovats muss Ruhe geben

Treuhänder Schmitt hat bei Gericht erwirkt, dass sich Mirko Kovats bei der weiteren Verwertung der A-Tec nicht mehr einmischen darf.

Mirko Kovats darf bei der weiteren Verwertung der A-Tec nicht mehr mitmischen. Treuhänder Matthias Schmidt will sich vom Firmengründer nicht mehr stören lassen und hat beim Gericht folgenden Eintrag erwirkt: "Dr. Mirko Kovats, Wächtergasse 1, 1010 Wien, wird aufgetragen, jegliche Störung des Verwertungsprozesses zu unterlassen." Dasselbe gilt auch für die beiden Kovats-Stiftungen, M.U.S.T. Privatstiftung und Loidolt Privatstiftung.

Das bedeutet, dass sich Kovats aus allen früheren Vorstandspositionen verabschieden muss und durch Profis ersetzt wird, betont Gläubigersprecher Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV). Bleiben wird hingegen das operative Management bei den Montanwerken Brixlegg und beim Werkzeugbauer Emco. Für beide Unternehmen hat Deloitte 50 bis 100 mögliche Interessenten angeschrieben. Bis heute, Freitag, sollen die Rückmeldungen vorliegen. Es ist geplant, dass der Bieterprozess im Dezember startet.

Das A-Tec-Büro in der Wächtergasse wird bis Ende Oktober geschlossen. Fünf Mitarbeiter sind mit der Abwicklung der Verwertung betraut. Den Verkauf der ATB an die chinesische Wolong, der am Mittwoch fixiert wurde, bezeichnete Kantner als "großen Erfolg". Er geht davon aus, dass auch für die Emco und für Brixlegg ein "ordentlicher Kaufpreis" erzielt werden wird. Die Quote für die Gläubiger werde zwischen 30 und 50 Prozent liegen.

Das chinesische Industrieunternehmen Wolong zahlt, wie berichtet, für den Motorenherstellers ATB zwischen 100 und 105 Mio. Euro. Davon entfallen 62 Mio. Euro auf den Kauf von 97,94 Prozent an der ATB und einen 6-Prozent-Anteil an ATB Welzheim. Weitere 1,5 Mio. Euro wurden für den 6-prozentigen Anteil an ATB Nordenham bezahlt, die Übernahme von Verbindlichkeiten und entsprechende Zinsen gegenüber verbundenen Unternehmen kosten die Chinesen noch einmal 3,5 Mio. Euro. Außerdem sollen 35 Mio. Euro für Verbindlichkeiten als Kapitalreserve zurückgestellt werden.

Emco und Brixlegg wurden im vergangenen Dezember von Deloitte auf 200 Mio. Euro geschätzt.

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