Wirtschaft 23.01.2012

Stichwort: Drogeriehandel

Die Drogerieketten dm und bipa teilen sich gemeinsam etwa die Hälfte des Marktes.

Von der Anzahl der Standorte war Schlecker einmal die größte Drogeriekette in Österreich. Beim Umsatz war er aber nie die Nummer eins“, erklärt Wolfgang Richter, Chef des Standortberaters RegioPlan. Ende der 1990er-Jahre spannte der deutsche Drogerie-König Anton Schlecker ein Filialnetz mit 1200 Standorten über Österreich. Danach kam der Schrumpfkurs. Seit 2005 sind 250 Standorte von der Bildfläche verschwunden.

Schlecker hat sich zum überwiegenden Teil an schlechten, aber kostengünstigen Standorten eingemietet und setzte voll auf das Diskont-Prinzip, das in Österreich nie so gegriffen hat wie in Deutschland“, meint Richter. Die großen Konkurrenten bipa und dm zogen Schlecker davon. Nicht nur, weil sie die besseren Standorte hatten. Auch weil sie in ihren Läden und in ihrer Werbung auf Emotionen setzen – und nicht ausschließlich auf das Preisargument, so Richter.

Bipa ist mit einem Umsatzanteil von rund 25 Prozent und rund 560 Filialen die Nummer eins in Österreich. Die Drogeriekette dm ist bipa beim Marktanteil dicht auf den Fersen, auch wenn sie weniger Standorte hat (370). Schlecker hat in Österreich mittlerweile weniger als 20 Prozent Marktanteil. Am schnellsten wächst derzeit übrigens die deutsche Müller-Gruppe, die sich in große Flächen einmietet.

( Kurier ) Erstellt am 23.01.2012