Wirtschaft
08.03.2012

Stichtwort: Credit Default Swaps

Eine Versicherung, vor der sich alle fürchten.

Hochgiftige Finanzinstrumente nennen sie die einen, sinnvolle Absicherungen die anderen. Gemeint sind Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Investoren gegen Kreditausfälle versichern können. Eine Reihe von Banken gewähren derartige Versicherungen und streifen dafür Prämien ein. Im Fall des Falles sollte diese Versicherung den Schaden decken.

Der internationale Derivative-Verband ISDA legt fest, wann ein Versicherungsfall (in Fachjargon „Kreditereignis“ genannt) eintritt. In der Vorwoche stellte dieser Verband fest: Dass die Privatgläubiger Griechenlands freiwillig auf Forderungen verzichten, ist kein Kreditereignis. Wer mitmacht, bekommt den Schaden also nicht ersetzt, auch wenn er versichert ist.

 

Muss Griechenland jedoch zur letzten Karte greifen und die Gläubiger zum Forderungsverzicht zwingen, schaut die Situation ganz anders aus. Denn dann wird auch der Verband ISDA nicht anders können, als den Ausfall bei griechischen Staatsanleihen als Kreditereignis einzustufen. Dann werden CDS fällig. In diesem Fall müsste die österreichische KA Finanz (die „Bad Bank“ der Kommunalkredit) rund 500 Millionen Euro auszahlen (die sie nicht hat).

Es geht aber nicht nur ums Versichern. Investoren können auch CDS kaufen, ohne das zu Grunde liegende Wertpapier (z.B. griechische Staatsanleihen) zu besitzen. Auf diese Art wetten Hedgefonds auf eine Pleite Griechenlands. Unklar ist, welche Gefahren sich daraus ergeben könnten. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 hat jedenfalls eine CDS-Woge ausgelöst und war für die globale Finanzkrise mitverantwortlich.