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Unternehmen
02/14/2013

Buffett greift nach Heinz Ketchup

Der Starinvestor kauft gemeinsam mit 3G Capital den Ketchup-Riesen aus den USA.

Der Ketchup-Riese H.J. Heinz wird geschluckt: Für 28 Mrd. Dollar (20,8 Mrd. Euro) übernehmen der legendäre Starinvestor Warren Buffett und der Finanzinvestor 3G Capital das Unternehmen, wie Heinz am Donnerstag mitteilte. Die Beteiligten haben dazu eine Vereinbarung getroffen.

Für Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway ist es die größte Übernahme nach dem Zukauf der Frachteisenbahn Burlington Northern Railroad. 3G Capital wiederum hatte die Fast-Food-Kette Burger King im Jahr 2010 übernommen und zwischenzeitlich wieder an die Börse gebracht.

Die Heinz-Aktionäre sollen 72,50 Dollar je Anteilsschein erhalten. Das ist ein Zuschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Die Aktie sprang entsprechend hoch.

"Heinz hat ein starkes, nachhaltiges Wachstumspotenzial", begründete Buffett den Zukauf. Dieser muss aber noch von den Aktionären und Wettbewerbshütern abgenickt werden. Im dritten Kalenderquartal soll die Übernahme abgeschlossen sein.

Heinz: Alles begann in den 1860er Jahren

H.J. Heinz ist ein Riese der Lebensmittel-Branche mit einem Jahresumsatz von annähernd 12 Mrd. Dollar und rund 32.000 Mitarbeitern. Pro Jahr verkauft der Konzern allein 650 Millionen Flaschen Ketchup. Hinzu kommen unter anderem Saucen ("Jack Daniel's"), Fertiggerichte und sogar eine eigene Restaurantkette ("T.G.I. Friday's").

Die Ursprünge der Firma reichen bis ins Jahr 1869 zurück. Gründer war Henry John Heinz, ein Sohn deutscher Einwanderer. Das erste Tomatenketchup stellte er 1876 her. Schon 1907 produzierte die Firma 12 Millionen Flaschen pro Jahr und lieferte sie bis nach Australien, Südamerika, Japan und Großbritannien.

Buffet: "Das Orakel von Omaha"

Buffett ist einer der reichsten Männer der USA und gilt als einer der gewieftesten Investoren. Zu seinen jährlichen Bilanztreffen pilgern stets Zehntausende Aktionäre in seine Heimatstadt Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, um seinen Vorhersagen zur Entwicklung von Aktienmärkten, zum Dollar-Kurs oder dem Klimawandel zu lauschen. Seine Treffsicherheit hat ihm den Beinamen "Orakel von Omaha" eingebracht