Wirtschaft
17.01.2012

Staatsanwalt ermittelt gegen Benko

Die Signa Holding gerät ins Visier der heimischen Justiz. Der Zeitpunkt ist kritisch: Benko rittert aktuell um die deutsche Kaufhof-Kette.

Eine für ihn ungewohnte Art von Schlagzeilen machte am Freitag der Immobilieninvestor René Benko: Wie berichtet rittert Benko aktuell um den Kauf von 134 Warenhäusern der deutschen Kaufhof-Kette, baut gleichzeitig ein Luxusareal in der Wiener Innenstadt. Wie die Presse berichtet, ermittelt die Wiener Staatsanwaltschaft schon länger wegen des Verdachts der Geldwäsche. "Es handelt sich nicht um eine anonyme Anzeige. Und wir haben eine Menge Unterlagen bekommen, die von uns noch nicht ausgewertet wurden", bestätigt Michaela Schnell, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, der Zeitung die Ermittlungen.

"Wir wurden von der Staatsanwaltschaft nicht kontaktiert und wissen von möglichen Ermittlungen noch gar nichts", hieß es von der Signa-Holding auf KURIER-Anfrage. Man habe nichts zu verbergen, alle Investitionen seien auf Herz und Nieren geprüft, eine Schmutzkübelkampagne im Zuge des Kaufhof-Deals sei nicht ausgeschlossen.

Tatsächlich ist der Zeitpunkt der Vorwürfe kritisch. Wie Benko vergangene Woche im KURIER-Interview meinte, könnte schon am 16. Dezember der Aufsichtsrat von Metro eine Entscheidung über den Verkauf der Kaufhof-Warenhäuser treffen. Signa gilt als Favorit, Mitbewerber Andreas Berggruen, der bereits die Karstadt-Warenhäuser besitzt, beklagte eine Benachteiligung. Das Interesse von Signa hatte in Deutschland für Aufsehen gesorgt, Benkos 50-Prozent-Partner George Economou musste einige negative Berichte einstecken: Das Handelsblatt berichtete von Insidergeschäften bei seinem Schifffahrtskonzern Dry-Ships. Economous Vermögen wird auf 1,7 Mrd. Euro geschätzt.

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