Schwarzarbeit auf Baustellen, Baupolizei, Finanzpolizei.

© KURIER/Gilbert Novy

Schwarzarbeit
08/20/2013

Staat entgehen durch Pfusch 2,5 Milliarden Euro

Experte geht von bis zu einer Million Schwarzarbeitern aus. Der Politik fehle es am Willen, etwas zu tun.

Schwarzarbeit macht laut Berechnungen des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Alleine an Sozialabgaben und Steuern entgehen dem Staat dadurch 2,5 Mrd. Euro. Um Pfusch zu reduzieren, empfiehlt der Experte Handwerkerrechnungen von der Steuer absetzbar zu machen oder die Mehrwertsteuer bei großen Vorhaben zurückzuerstatten. Das Ergebnis sei in beiden Fällen das gleiche: Es würde nicht mehr ohne Rechnung gearbeitet, sagte Schneider am Dienstag im Ö1-Morgenjournal.

"Die ganz große Masse profitiert davon, darum wird sie auch als Kavaliersdelikt betrachtet", Friedrich Schneider

Am meisten gepfuscht werde noch immer am Bau, gefolgt vom Gastgewerbe und der Unterhaltungsbranche. Ein Drittel der Schwarzarbeiter gelte als beschäftigungslos. Zwei Drittel würden sich mit der Schwarzarbeit etwas dazuverdienen, aber in ihrem regulären Job Steuern und Abgaben zahlen, so Schneider. Er schätzt die Zahl der Schwarzarbeiter auf 800.000 bis eine Million. Daher schade die Schwarzarbeit zwar dem Staat, nütze aber gleichzeitig vielen. "Die ganz große Masse profitiert davon, darum wird sie auch als Kavaliersdelikt betrachtet", sagte der Schwarzarbeits-Experte.

Mangelnder politischer Wille

Der Ökonom empfiehlt der heimischen Politik, höhere monatliche Zuverdienstgrenzen für Nebeneinkünfte einzurichten, wie zum Beispiel in Deutschland. Derzeit fehle es aber am politische Willen, gegen Pfusch vorzugehen. "Denn für viele wäre der Traum vom Eigenheim nicht realisierbar, wenn es den Pfusch nicht gäbe. Das weiß die Politik, und daher ist sie in dieser Hinsicht eher zögerlich, das rigoros abzustellen", so Schneider.

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