Spritpreise treiben Inflationsrate an

Teurer Tank: Laut ARBÖ geben die Österreicher jährlich 2,4 Milliarden Euro für Sprit aus. Im 12-Monats-Vergleich mussten sie im Juni für einen Tank um 16 Prozent mehr ausgeben.
Foto: rts

Im Juni lag die Inflation bei 3,3 Prozent. Der wöchentliche Einkauf wurde im Jahresvergleich um 6,3 Prozent teurer.

An der Preisfront gibt es weiter keine Entspannung: Im Juni weist die Statistik bereits den dritten Monat in Folge eine Inflation von 3,3 Prozent für Österreich aus. Preistreiber waren einmal mehr Treibstoffe. So mussten Konsumenten für Sprit um 16 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Den Preisgalopp der Mineralölprodukte bekamen auch jene zu spüren, die Heizöl verwenden - der Preis schnellte ebenfalls um 16 Prozent in die Höhe, während Gas sich um zehn Prozent verteuerte.

Spritpreise

Der Verkehrsclub ARBÖ schiebt die Schuld am Höhenflug der Diesel- und Benzinpreise einmal mehr den Spekulanten an den internationalen Rohstoffbörsen zu. "Seriöse Schätzungen gehen von einer Spekulationstangente von 30 Prozent aus. Für Österreich heißt das, dass die Autofahrer 2,4 Milliarden pro Jahr für Sprit ausgeben müssen", rechnet der Autofahrerclub vor. Ohne den Ausgabeposten Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im Juni laut Statistik Austria 2,6 statt 3,3 Prozent betragen.

Warenkorb

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind im Juni im Jahresabstand um durchschnittlich 4,4 Prozent gestiegen. Besondere Ausreißer nach oben waren Bohnenkaffee (+23 Prozent) sowie alkoholfreie Getränke und Obst (Teuerung von jeweils zehn Prozent). Das belastet die Konsumenten vor allem beim wöchentlichen Einkauf. Der Miniwarenkorb, der mit Nahrungsmitteln, Dienstleistungen und Treibstoffen den typischen wöchentlichen Einkauf widerspiegelt, kostete im Juni um 6,3 Prozent mehr als noch vor zwölf Monaten.

Die Arbeiterkammer fordert einmal mehr die Politik auf, Spekulationen auf EU-Ebene zu regulieren, um den Höhenflug der Rohstoffpreise in den Griff zu bekommen. "Der Preisauftrieb entwickelt sich zur Gefahr für den Konjunkturaufschwung, weil dadurch die Realeinkommen sinken", so Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel.

Für die gesamte Eurozone weist Eurostat das dritte Mal in Folge eine Inflation in Höhe von 2,7 Prozent aus. Zum Vergleich: Im Juni 2010 lag die Rate im Jahresabstand noch bei 1,5 Prozent. Im Vergleich der EU-27 ist die Teuerung in Rumänien (+ 8 Prozent) am heftigsten ausgefallen. Hoch ist der Preisauftrieb auch in der Slowakei mit 4,1 Prozent. Für Österreich weist der nach EU-einheitlichen Regeln berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) 3,7 Prozent aus. Die Differenz zum nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) erklärt sich durch unterschiedliche Gewichtungen. So werden die Teuerungen bei Flugtickets oder Restaurants im EU-Index stärker gewichtet als im VPI.

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(KURIER/KURIER.at) Erstellt am
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