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Wirtschaft
05/07/2012

Sparprogramm: Anschnallen bei NIKI

Die Mutter Air Berlin verordnet ein 12 Mio Euro schweres Sparpaket. Wien soll aber zur Drehscheibe für Südosteuropa ausgebaut werden.

Die Konzernmutter Air Berlin, 2011 tief in die roten Zahlen getrudelt, zieht unter dem Arbeitstitel "Shape and Size" ein hartes Spar- und Effizienzprogramm durch und nimmt dabei auch ihre Österreich-Tochter NIKI an die kurze Leine. Die von Niki Lauda gegründete Billig-Airline muss mindestens 12 Millionen Euro einsparen.

Rund 3,5 bis vier Millionen Euro beim Treibstoff durch niedrigere Fluggeschwindigkeit, drei Millionen bei den Lieferanten und fünf Millionen Euro beim Caterer DO&CO seien praktisch schon gehoben. Mit DO&CO wird allerdings noch über weitere Einsparungen verhandelt, im Gegenzug für einen mehrjährigen Liefervertrag – ähnlich wie bei der AUA. Gespräche gibt es noch mit dem Flughafen Wien, der Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn "zu teuer" ist.

Kündigungen von Mitarbeitern will Mehdorn sowohl bei Air Berlin, die in Summe 250 Millionen Euro einsparen muss, als auch bei NIKI vermeiden. Die NIKI-Mitarbeiter, die erstmals einen Betriebsrat wählten, bleiben weiter bei der Leiharbeitsfirma Labourpool beschäftigt. Damit die Sozialpartner die AUA-Kollektivverträge nicht satzen können – hieße, auf alle Luftfahrtunternehmen in Österreich übertragen.

Wie Mehdorn bereits im Sonntags-KURIER kritisierte am Montag auch NIKI-Geschäftsführer Christian Lesjak massiv die Ticketsteuer. Die würde NIKI heuer rund 20 Millionen Euro kosten.

Wien wird Drehkreuz

Wien soll zum fünften Drehkreuz innerhalb der Gruppe ausgebaut werden, mit dem Schwerpunkt auf Südosteuropa. Neben den touristischen Fluggästen will NIKI verstärkt die lukrative Business-Klientel an Bord locken. Heuer wird einiges in neue Destinationen investiert wird, ab kommenden Montag wird Florenz neu ins Flugprogramm aufgenommen, etliche Destinationen werden aufgestockt. Verstärkt sollen Passagiere aus Westeuropa über Wien als Drehscheibe weiter Richtung Osten transportiert werden. Verhandelt wird nach wie vor über Streckenrechte in die Ukraine und nach St. Petersburg.

NIKI flog laut Lesjak im Vorjahr einen zweistelligen Millionengewinn ein, Genaueres wird allerdings nicht mehr publiziert. Ab Oktober werden die NIKI-Flugzeuge an das Design von Air Berlin angepasst. Lesjak ist übrigens ab 1. Juni alleiniger Geschäftsführer – "Kapitänsprinzip", so Mehdorn. Otmar Lenz, langjähriger Co-Geschäftsführer und Weggefährte von NIki Lauda, bleibt als Konsulent an Bord.

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