Wirtschaft
10.03.2012

Sparpaket trifft Anleger

Die Kürzung der Förderung fürs Bausparen und die Zukunftsvorsorge und die neue Wertpapiersteuer drücken die Renditen der Investoren.

Die Regierung sucht verzweifelt nach Geld und ist bei Sparern und Anlegern fündig geworden. Als Erstes wurden die vermeintlichen Spekulanten auserkoren. Die Besitzer von Aktien, Anleihen und Zertifikaten müssen ab April beim Verkauf 25 Prozent ihrer Gewinne an die Finanzministerin abführen. Früher war das nur beim Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr zu versteuern – und zwar je nach Einkommen mit bis zu 50 Prozent.

Getroffen werden damit aber nicht nur Spekulanten, die oft auf die Abführung der Steuer auf Kursgewinne in ihrer Steuererklärung „vergessen“, sondern auch kleine Anleger. All jene, die etwa für die Pension mittels eines Sparplans in Wertpapierfonds vorsorgen, müssen genauso Wertpapier-KeSt abführen. Ausgenommen sind Lebensversicherungen und die Zukunftsvorsorge. Das Finanzministerium erhofft sich damit jährliche Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe. Dies wird sich aber nur in guten Börsenjahren erfüllen. Zum Ärger der Finanzbranche hat die Steuer – neben dem schlechten Börsenjahr 2011 – bereits für eine deutliche Zurückhaltung der Investoren gesorgt.

Unter Druck

Breiten Ärger hat die Regierung mit dem Plan, die Bausparförderung zu halbieren, ausgelöst. Der Hauptgrund, warum vom Kleinkind bis zur Großmutter fast jeder einen Bausparvertrag hat, ist die staatliche Förderung. Diese soll nun auf eine Bandbreite von 1,5 bis vier Prozent halbiert werden. Das senkt nicht nur den Ertrag für die Bausparer, sondern gefährdet auch die Kreditvergabe durch die Bausparkassen. Sie sind nämlich auf die Einlagen angewiesen, um Darlehen vergeben zu können.

Auch Immobilienbesitzer kommen nicht ungeschoren davon. Sie müssen ein Viertel ihrer Gewinne beim Verkauf abliefern.

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