Wirtschaft 22.12.2011

S&P senkt Bonität Ungarns

Ungarn mit 177 Euro, © Bild: RTS/KAROLY ARVAI

Als Grund nennt die Ratingagentur eine unsichere politische Entwicklung. Auch hätten sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtert.

Standard and Poor`s hat die Kreditwürdigkeit Ungarns gesenkt. Die langfristige Bewertung wurde von "BBB-" auf "BB+" herabgestuft, die kurzfristige von "A-3" auf "B". Der Ausblick des Landes wurde auf negativ gesetzt.

Die US-Ratingagentur begründete den Schritt am Mittwoch mit einer abnehmenden Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen in dem Land, die das Umfeld für Investoren belaste. Dies habe negative Auswirkungen auf die mittelfristigen Wachstumsaussichten Ungarns. Zudem sei auch die schwächere Verfassung der Weltwirtschaft schlecht für Ungarns Kreditwürdigkeit. Zudem zeigte sich die Agentur besorgt über die Unabhängigkeit der ungarischen Zentralbank.

Die Regierung in Budapest liegt seit längerem im Streit mit dem Notenbankchef Andras Simor. In einem auch von der EZB beanstandeten Gesetzentwurf will sie die Kompetenzen des Notenbank-Gouverneurs beschneiden und einen weiteren Stellvertreter installieren.

Ungarn steht an den Finanzmärkten seit Wochen unter Druck. Ende November hatte bereits die Ratingagentur Moody`s die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau herabgestuft. Wenige Tage zuvor hatte Ungarn den Internationalen Währungsfonds und die EU-Kommission um finanzielle Unterstützung gebeten. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban betonte dabei allerdings, dass die Bitte um Hilfe nur "vorbeugend" sei.

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Erstellt am 22.12.2011