Wirtschaft
11.01.2013

Sorgen um Finanzlage nehmen zu

Nach der Herabstufung gleicht das Rating Zyperns jenem von Griechenland. Vor allem mit den Banken gibt es Probleme.

Nach einigen Wochen relativer Ruhe in Sachen Schuldenkrise ist das Thema nun wieder zurück. Im Mittelpunkt steht dieses Mal Zypern. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit des Landes gleich um drei Noten auf „Caa3“ herab. Der Ausblick für das Rating bleibt negativ. Es droht daher noch eine weitere Herabstufung. Damit wird Zypern von den Ratingagenturen ähnlich negativ gesehen wie Griechenland.

Problem sind in Zypern vorrangig die Banken, die im Zuge der Griechen-Krise in die Schieflage gerieten. Sie verloren im Zuge des griechischen Schuldenschnitts fast fünf Milliarden Euro. Zudem leidet Zyperns Wirtschaft unter der schlechten Lage des befreundeten Mittelmeerstaates. Die Staatsverschuldung wird heuer auf 150 Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen. „Eine Hilfe durch den Rettungsschirm ESM ist die wahrscheinlichste Variante“, sagt RZB-Chefanalyst Peter Brezinschek. Bereits im Sommer des Vorjahres wurde ein Antrag gestellt.

Schwarzgeld-Verdacht

Doch noch spießt es sich. Denn die Euro-Mitglieder, allen voran Deutschland, wollen die Hilfe von einer Reform des zypriotischen Bankwesens abhängig machen. Die Institute sollen gute Geschäfte mit dem Schwarzgeld russischer Staatsbürger machen. „Die Aufgabe heißt, auf der einen Seite Reformen durchzuführen und auf der anderen Seite dann über Solidarität zu sprechen“, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Freitag in Limassol.

Wahrscheinlich ist, dass es erst nach den Präsidenten-Wahlen im Februar ein Hilfspaket geben wird. Der Inselstaat benötigt rund 18 Milliarden Euro – das entspricht seinem BIP –, zehn davon für die Banken. „Es ist ein kleines Land, da könnte man glauben, es sei ein kleines Problem. Tatsächlich aber lässt sich die Lage Zyperns mit jener Griechenlands vergleichen“, sagt Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

Brüsseler Diplomaten gehen jedoch davon aus, dass Zypern „mit gutem Willen von beiden Seiten“ gerettet wird; ein Ausscheiden aus der Eurozone sei kein Thema. RZB-Analyst Brezinschek teilt diese Einschätzung: „So weit wird man es nicht kommen lassen.“