Sorge um Konjunktur: EZB in der Zwickmühle

Die Konjunktur bricht ein – die deutsche Wirtschaft soll im Schlussquartal sogar schrumpfen. Tiefe Sorgenfalten bei EZB-Chef Jean-Claude Trichet.
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Die EZB legt angesichts trüber Konjunkturaussichten eine Zinspause ein.

Auf absehbare Zeit belässt die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt die Leitzinsen für die Eurozone bei 1,5 Prozent. Die EZB ist in der Zwickmühle zwischen größer werdenden Konjunktursorgen und einer steigenden Inflation.

Die Konjunktursorgen steigen quer durch Europa: Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist im zweiten Quartal drastisch eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent ab. Auch für Deutschland wird es jetzt eng: Laut OECD wird das deutsche BIP zwischen Oktober und Dezember um 1,4 Prozent schrumpfen. Die Exporte des Landes sind im Juli im zweiten Monat in Folge überraschend stark zurückgegangen.

Kein Double Dip

Die Konjunktur bricht ein – die deutsche Wirtschaft soll im Schlussquartal sogar schrumpfen. Tiefe Sorgenfalten bei EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Foto: rts Die Konjunktur bricht ein – die deutsche Wirtschaft soll im Schlussquartal sogar schrumpfen. Tiefe Sorgenfalten bei EZB-Chef Jean-Claude Trichet.

Für die sieben größten Industrieländer (G-7) erwartet die OECD im Durchschnitt ein Wachstum von 1,6 Prozent im dritten Quartal, das in den letzten drei Monaten des Jahres mit 0,2 Prozent aber praktisch zum Stillstand kommen wird.

Für die USA rechnet die Organisation mit einem Wachstum von 1,1 Prozent im dritten und 0,4 Prozent im vierten Quartal. Einen Einbruch wie 2008/09 erwartet die Organisation, in der 34 Industrieländer zusammengeschlossen sind, aber nicht. Das ist die gute Konjunktur-Nachricht.

Die EZB-Sitzung am Donnerstag war die vorletzte Sitzung des Gremiums unter Vorsitz von Jean-Claude Trichet, der Anfang November von dem Italiener Mario Draghi abgelöst wird. Auch die EZB hat die Wachstumsaussichten für 2011 und 2012 deutlich gesenkt.

Die Zentralbank rechnet mittlerweile mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Euroland von 1,6 Prozent. Im Juni war die EZB noch von einem Plus um 1,9 Prozent ausgegangen. Auch für das kommende Jahr ist die Notenbank pessimistischer. 2012 soll die Wirtschaft in der Eurozone nur noch um 1,3 Prozent zulegen.

(kurier) Erstellt am
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