Wirtschaft 24.02.2015

So sieht der neue 20-Euro-Schein aus

Der neue 20-Euro-Schein aufgenommen am 24. Februar 2015, anläßlich der Präsentation in der Nationalbank in Wien. © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Aufwendiges Hologram. Insgesamt wurden 3,8 Mrd. neue 20-Euro-Scheine gedruckt. Ausgabe ab November.

Im Jahrestakt verpasst die Europäische Zentralbank (EZB) Teilen der Gemeinschaftswährung ein neues Design. 2013 machte der 5-Euro-Schein den Anfang, im Vorjahr folgte der "Zehner" und heuer, Ende des Jahres, ist der 20-Euro-Schein an der Reihe.

Das neue Design wurde am Dienstag von der Nationalbank in Wien präsentiert. Insgesamt wurden 3,8 Mrd. Stück neue 20-Euro-Scheine gedruckt.

Der Lack ist ab

Im Gegensatz zu den bereits ausgegebenen neuen 5- und 10-Euro-Scheinen fehle bei den neuen 20-Euro-Scheinen die Lackschicht, weil dieser weniger stark strapaziert werde. Neu entwickelt und aufwendig produziert worden sei dagegen das "Fenster-Porträt". In einem am oberen rechten Rand des Scheines eingesetzten durchsichtigen Hologramm erscheint ein Porträt der "Europa".

xyz
Muster-Darstellung der Vorderseite mit neuen Sicherheitsmerkmalen Grafik 0233-15-Geld.ai, Format 88 x 104 mm © Bild: APA

In den verbleibenden neun Monaten bis zur physischen Ausgabe der neuen Banknoten am 25. November gehe es darum, die Bevölkerung darüber zu informieren und in Dialog mit den Geräteherstellern zu treten, so Pribil. Ab Dienstag könnte sie Banknoten zum Testen von der Nationalbank leihen. Interessierte könnten auch ins Testzentrum der Nationalbank kommen. Jene, die Prüfgeräte verwenden, sollten rechtzeitig die Hersteller kontaktieren.

OeNB druckt für Slowakei und Slowenien

Von den 3,8 Mrd. gedruckten neuen 20-Euro-Scheinen ist ein ganz wesentlicher Teil von der Nationalbank-Notenbankdruckerei gedruckt worden. "Wir produzieren auch einen Teil für die Slowakei und Slowenien", sagte OeNB-Direktor Kurt Pribil.

"Euro banknote bombing"

Apropos neues Design: Laut einem Zeitungsbericht gibt es irgendwo in Griechenland einen Künstler namens "Stefanos", dessen Werk darin besteht, mit schwarzer Tinte kleine Figuren auf Euro-Scheine zu malen, und diese wieder in Umlauf zu bringen. "Euro banknote bombing" nennt er diese Aktion, die Ironie, Kunst und Propaganda zugleich sein soll.

Zahlungsverhalten verändert sich nur sehr langsam

Der Bargeldumlauf in der Eurozone steigt nach wie vor. 2014 legte der Umlauf um weitere 6,2 Prozent zu. Damit habe die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals seit der Euro-Einführung mehr als eine Billion Euro im Umlauf, so Nationalbank-Direktor Stefan Augustin bei der heutigen Präsentation der neuen 20-Euro-Banknote in Wien.

"Das Bargeld ist tot - es lebe das Bargeld. Cash scheint nach wie vor 'King' zu sein", so Augustin. Daraus erkenne man die Wichtigkeit dieses Zahlungsmittels.

Seit der Euro-Einführung im Jahr 2002 hat sich der Euro-Bargeldumlauf vervierfacht. Genau genommen waren es im Vorjahr 1.041,5 Mrd. Euro, die als Bargeld im Umlauf waren. Davon entfielen 25 Mrd. Euro auf Münzen und die restlichen 1.016,5 Mrd. Euro auf Banknoten.

Österreich ist mit einem Anteil von 4,78 Prozent am Zahlungsverkehr im Euroraum ein ausgesprochenes Bargeldland. Gleichzeitig gibt es vergleichsweise wenige Euro-Fälschungen. Der Anteil Österreichs an den gesamten Euro-Fälschungen ging von 1,22 auf nur noch 1,01 Prozent zurück. Zum Vergleich: am Euroland-BIP hat Österreich einen Anteil von 3,27 Prozent.

Geschätzte 25 Prozent des Umlauf findet im Euro-Ausland statt. Die Ver- und Entsorgung dieser Beträge laufe sehr stark über Wien und die OeNB, so Augustin.

Die Gründe für den hohen Bargeldumlauf liegen für den Notenbanker darin, dass sich das Zahlungsverhalten nur sehr langsam verändert. "40 Prozent der Bevölkerung zahlen noch genau so wie in früheren Jahren", meinte Augustin. Bei Jüngeren und besser Ausgebildeten sehe man aber eine Tendenz zur Karte und zu neuen Zahlungsmitteln wie Near Field Communication (NFC). Diese Zahlungsform habe sich zwar schon etabliert, aber noch auf einem geringen Niveau. 30.000 Zahlungen pro Tag werden mit NFC abgewickelt, mehrere Millionen nach wie vor bar.

Erstellt am 24.02.2015