Nordrhein-Westfalen/ ARCHIV: Ein Flugzeug startet in Duesseldorf vom Flughafen (Foto vom 24.05.11). Das Thema Klimaschutz ist auch im Tourismus angekommen und immer haeufiger gibt es Angebote, die einen klimaneutralen Aufenthalt oder eine CO2-freie Reise versprechen. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine klimaschaedlichen Gase anfallen, sondern dass diese in der Regel kompensiert werden, wie Professorin Claudia Broezel vom Fachbereich fuer Nachhaltigen Tourismus an der Hochschule Eberswalde erlaeutert: "Es geht dabei darum, den beispielsweise durch einen Flug oder Hotelaufenthalt verursachten Ausstoss von Kohlendioxid an anderer Stelle wieder einzusparen." (zu dapd-Text) Foto: Sascha Schuermann/dapd

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Reisebarometer
08/07/2013

So billig war Urlaub am Meer schon lange nicht

In der Hitze schmolz die Lust auf Pauschalurlaub. Last-Minute-Reisen günstig zu haben.

von Simone Hoepke

Lieber Balkonien und der See ums Eck (mehr darüber) statt mit dem Flieger in den heißen Süden. Das dürfte während der Hundstage das Motto vieler gewesen sein, bestätigen Reiseveranstalter und Fluglinien. „Wir hatten in den vergangenen zwei Wochen gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus zwischen sieben und neun Prozent bei den Buchungen. Die Hitzewelle dämpft die Nachfrage bei Mittelmeerdestinationen“, beobachtet Martin Bachlechner, Vorstand des Österreichischen Verkehrsbüros.

Speziell im Burgenland und in Niederösterreich gingen weniger Buchungen ein. „In Wien sind die Auswirkungen am geringsten, die Leute wollen bei dem Wetter raus aus der Stadt.“ Mit ein Grund dafür, dass beim Verkehrsbüro Autoreiseziele in Österreich sowie Italien und Kroatien stärker nachgefragt sind. Österreichs Tourismusobmann Hans Schenner spricht von einem Rekordsommer. „Nicht nur bei Hotels, auch bei Bädern, bei Radverleihern und in der gesamten Branche rennt es super.“ Er rechnet im Juli mit 10 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresmonat.

„Wer denkt bei diesen Hundstagen schon an einen Urlaub außerhalb des Landes“, sagt auch Thomas-Cook-Österreich-Chef Ioannis Afukatudis. Restplätze gäbe es „grundsätzlich fast überall, sofern man bei Termin, Hotel und Aufenthaltsdauer flexibel ist.“ Vor allem in Ägypten und Tunesien – beide wegen der politischen Situation derzeit weniger nachgefragt. Veranstalter wollen über den Preis ihre Kontingente füllen. „Kurzfristig spielt sich alles über den Preis ab“, sagt auch Claudia Unzeitig vom Ägypten-Spezialisten ETI. Es gäbe Kunden, die günstig einen All-Inklusive-Urlaub im 4-Stern-Hotel wollen und schlicht das billigste Land buchen. Eine Woche Halbpension im 4-Stern-Hotel in Hurghada gibt es für Kurzentschlossene beispielsweise um 399 Euro. Gute Nachricht für Kurzentschlossene: Das Reiseportal HolidayCheck hat 20.000 Last-Minute-Reisen ausgewertet: Angebote nach Ägypten, Nordzypern und Tunesien waren im Juli 2013 um bis zu 15 Prozent billiger als im Juli 2012. „Das sind Destinationen, die kurzfristig ausgelassen und deshalb noch gut verfügbar sind“, so auch Thomas Wagner von Stafa Reisen.

Weniger Passagiere

Beim Billigflieger Air Berlin hat die Hitze im Juli die Zahl der Passagiere im Vergleichsmonat 2012 um 3,8 Prozent schmelzen lassen. Wegen der Temperaturen seien weniger Menschen spontan auf Urlaub gefahren. Die Fluglinie hatte zwar eine Auslastung von 87 Prozent – allerdings wurde das Angebot um vier Prozent zusammengestrichen. Auch viele Veranstalter haben Kontingente zusammengestrichen.

Auch die TUI hinkt bei der Auslastung im Juli und August leicht hinter dem Vorjahres hinterher. „Natürlich merken wir, dass viele Österreicher bei dem Wetter zu Hause bleiben“, sagt Konzern-Sprecher Josef Peterleithner.

Die Buchungen für den Winter laufen dennoch gut an, sind sich alle einig. Wer nach Ägypten will, muss sich aber auf leicht höhere Preise einstellen, so Afukatudis: „Es gibt einen neue Bettensteuer, das Visum wird von 15 auf 25 Euro erhöht und eine Sicherheitsgebühr von 7 bis 8 Euro pro Jahr eingeführt.“

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Nachfrage groß: Kreuzfahrten in Europa weiterhin beliebt

Das Unglück der italienischen „Costa Concordia“ im Vorjahr mit 32 Toten hatte kaum negative Folgen auf den europäischen Kreuzfahrtmarkt – der kurze Buchungsrückgang ist überwunden. Allein in Deutschland gingen im Vorjahr 1,5 Millionen Reisende an Bord eines Kreuzfahrtschiffes (+11 Prozent). In Österreich haben sich 123.230 (+3,9 Prozent) Urlauber für eine Reise auf einem Hochseekreuzfahrtschiff entschlossen. Die mittlere Reisedauer betrug neun Tage, wobei laut Deutschem Reiseverband im Durchschnitt 1710 Euro pro Reisendem ausgegeben wurden. 3,1 Mrd. Euro Umsatz entsprechen rund 13 Prozent des Gesamtumsatzes des deutschen Reisemarktes. Für 2013 wird mit einem weiteren Plus gerechnet. Deutschland ist nach Großbritannien der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt Europas.

Insgesamt buchten 6,14 Millionen Europäer 2012 eine Kreuzfahrt. Laut dem Verband CLIA Europe sind damit doppelt so viele Urlauber auf Schiffen unterwegs als noch vor acht Jahren. 3,5 Mio. Passagiere zählten die Kreuzfahrten durch das Mittelmeer, 1,3 Mio. Menschen reisten durch nordeuropäische Gewässer. Diesen Sommer fahren 200 Schiffe auf Europas Meere und Flüsse.
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