Wirtschaft
10.05.2017

Smart Meter: Kundendaten zu verkaufen

Die Energieunternehmen hoffen auf profitable Geschäfte.

Die Weitergabe und Verwertung von Daten ihrer Kunden ist für Unternehmen wie Google ein hochprofitables Geschäft. Ein solches Geschäftsmodell soll es auch für die von Smart Meter gesammelten Daten der Strom-Endverbraucher geben. Allerdings gibt es noch rechtliche Probleme wie den Datenschutz. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind laut einer Studie der Österreichischen Energieagentur die größten Stolpersteine für diese neuen Geschäftsmodelle.

Laut der Erhebung glauben 85 Prozent der befragten Unternehmen, dass etablierte branchenfremde Unternehmen von der Digitalisierung profitieren werden, vor allem aus der Informations- und Telekombranche.
Smartphones von Apple & Co. könnten die Energie-Steuerung des gesamten Haushalts übernehmen. Aber auch energierelevante Start-ups und die etablierten Energieunternehmen sollen zu den finanziellen Gewinnern zählen. Allerdings wollen die Haushalte nicht mehr als zwei bis drei Euro im Monat zusätzlich für die neuen Dienstleistungen bezahlen, weiß Günter Pauritsch, Leiter des Centers Energiewirtschaft der Energieagentur.

Steigender Verbrauch

35 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass der Energieverbrauch durch die Digitalisierung steigen wird. Steuerungen, Datenspeicher und vernetzte Systeme brauchen mehr Strom. 47 Prozent glauben, dass der Energieverbrauch gleich bleiben wird und nur 15 Prozent rechnen mit einem sinkenden Verbrauch. Smart Meter werden jedoch mit dem Argument eingeführt, man könne damit den Stromverbrauch senken.
Das größte Geschäftspotenzial haben laut Umfrage die Bereiche Energieeffizienz und Energiemanagement, diverse Dienstleistungen sowie nach der Tages- und Nachtzeit gestaffelte Stromtarife. Nicht mehr der Konsument, sondern ein Computer bestimmt, wann das E-Auto aufgeladen wird.


Die E-Wirtschaft besteht vor allem wegen der unregelmäßigen Einspeisung von erneuerbaren Energieträgern wie Sonnen- oder Windenergie auf Smart Meter. So können die entstehenden Spannungsschwankungen abgefangen werden. Den Kauf der Geräte bezahlen aber die Konsumenten.

Die Aufsichtsbehörde E-Control will weitere wegen der Energiewende notwendigen Ausgaben auf die Endkunden überwälzen. Zudem sollen die bei der Datensammlung anfallenden Kosten nicht extra ausgewiesen werden.