Wirtschaft
05.04.2017

Slowakei: Weitere staatliche Subventionen für PSA-Werk

Laut Medienbericht hat der Autokonzern "Steuerferien" beantragt. Höhe der Unterstützung soll rund 19 Millionen betragen.

Der Autobauer PSA Peugeot Citroen im westslowakischen Trnava wird sehr wahrscheinlich weitere staatliche Subventionen von der Slowakei erhalten. Für den Produktionsanlauf eines neuen Models hat die Autofabrik staatliche Hilfe in Höhe von knapp 19 Mio. Euro beantragt, wie die slowakische Tageszeitung Sme am Mittwoch berichtete.

Die Subventionen sollen in Form sogenannter Steuerferien gewährt werden. Ein noch ausbleibendes Zustimmen vonseiten der Regierung wird wohl sehr bald folgen, das Wirtschaftsministerium hat bereits eine entsprechende Vorlage eingebracht. Das neue geplante Model von PSA, das dem Peugeot 208 nachfolgen soll, ist dabei vorerst nur unter der Arbeitsbezeichnung P21 bekannt.

Der Autobauer selbst will in die Produktionserweiterungen 165 Mio. Euro investieren und weitere 420 neue Mitarbeiter einstellen. Kritiker meinen, umgerechnet pro Arbeitsplatz wird den Staat eine neue Stelle 44.000 Euro kosten, was weit über dem üblichen Durchschnitt liegt. Zudem werden mit den Geldern auch Arbeitsplätze für Ausländer subventioniert, erklärte Lubos Vanco, Analytiker der KPMG Slowakei. "Das ergibt keinen Sinn", betonte er.

Suche nach Arbeitskräften

Die drei in der Slowakei ansässigen Autobauer haben zunehmend Probleme, auf dem slowakischen Arbeitsmarkt geeignete Arbeitskräfte zu finden. Im Kreis Trnava, wo PSA stationiert ist, lag die Arbeitslosenrate Ende Februar bei lediglich 3,9 Prozent. Schon aktuell seien von den 4.200 Arbeitnehmern der Autofabrik rund 250 Ausländer, kritisierte Vanco.

Für PSA Trnava haben die Subventionen allerdings eine strategische Bedeutung. Die Fabrik müsse ihre Konkurrenzfähigkeit im Rahmen des Konzerns halten können, da dieser Produktionsbetriebe auch in weiteren EU-Ländern habe, so Werkssprecher Peter Svec.

Vonseiten des slowakischen Staats wird es sich bereits um die zweite Subvention für PSA handeln. Schon bei der Ansiedlung des Konzerns in der Westslowakei 2003 hatte die damalige Regierung von Mikulas Dzurinda eine Investitionshilfe von 166 Mio. Euro gewährt. Der Autobauer hatte in Gegenzug versichert, mehr als eine Milliarde Euro zu investieren und mindestens 3.500 Arbeitsplätze zu schaffen.

Dem britischen Autokonzern Jaguar Land Rover, der seine neue Fabrik aktuell im westslowakischen Nitra baut, hat die Slowakei im Vorjahr Subventionen in Höhe von 130 Millionen zugesagt. Der Rekordhalter im Land ist aber der deutsche Volkswagen-Konzern. Laut Berechnungen der Sme soll VW Slovakia bei Bratislava zwischen 1998 und 2008 insgesamt nahezu 600 Mio. Euro an staatlicher Unterstützung erhalten haben. Der südkoreanische Kia beim nordslowakischen Zilina wurde in den letzten elf Jahren mit 233 Mio. Euro unterstützt.