Wirtschaft
29.05.2017

Sitzplatzreservierungen und Upgrades heben AUA-Umsatz

Zehn Prozent des Umsatzes durch Zusatzeinnahmen. Gerüchte um Einstellung der Langstrecken-Flüge nach Miami und Hongkong seien falsch.

Auch die AUA setzt wie Billigairlines verstärkt auf Zusatzeinnahmen, indem jedem Kunden maßgeschneiderte Dienstleistungen verkauft werden. Zehn Prozent des Umsatzes macht die Lufthansa-Tochter damit derzeit. "Das ist nicht zu unterschätzen, aber noch durchaus ausbaubar", sagte Finanzvorstand Heinz Lachinger im Gespräch mit Austrian Aviation Net.

Vor allem Sitzplatzreservierungen und Upgrades würden stark nach gefragt. Lachinger zeigte sich überrascht, dass auf der Langstrecke die Reihen mit Notausgängen stark nachgefragt würden.

Bordverpflegung neu ausgeschrieben

Essen extra verkaufen sei derzeit für die AUA kein Thema, aber Lachinger schließt ausdrücklich nicht aus, dass das "irgendwann einmal" ein Thema sein wird. Wobei die AUA derzeit die Bordverpflegung neu ausschreibt - es könnte also auch ein anderer Caterer als Do&Co zum Zuge kommen.

Gerüchte über eine Einstellung der Flüge nach Miami oder Hongkong seien falsch, so Lachinger zu "Austrian Aviation Net". Wohin mit der geplanten zusätzlichen Langstreckenmaschine ( Boeing 777) geflogen wird, sei noch nicht entschieden.

Höhere Wartungskosten drücken Gewinn

Schon länger bekannt ist, dass die AUA heuer weniger Gewinn ausweisen wird als 2016. Ursachen dafür seien höhere Wartungskosten, ein etwas höherer Ölpreis und ein starker Dollar - sowie ein Einmaleffekt, der im Vorjahr den Gewinn höher ausfallen ließ. "Wenn man aber den Einmaleffekt 2016 weglassen würde, dann wäre die Guidance wohl deutlich über dem Vorjahr", sagte Lachinger. Nach dem Verlust des ersten Quartals ist er für das zweite Quartal optimistisch: "Soweit wir das jetzt schon erkennen können, sieht das zweite Quartal sehr positiv aus."

"Wir glauben, dass diese Steuer ganz weg muss"

Einmal mehr kritisierte Lachinger die Ticketsteuer, die von der österreichischen Regierung ab 2018 halbiert wird - von zuletzt 100 bis 120 Mio. Euro. "Die Entscheidung hinsichtlich der Ticketsteuer war eine halbgute - die zweite Hälfte fehlt ja noch. Dies würde das Thema Standort-Commitment hier in Wien sicher fördern. Wir glauben, dass diese Steuer ganz weg muss", so Lachinger. Wichtig seien aber auch Kosten am Flughafen und bei der Flugsicherung. In Deutschland seien die Tarife für die Flugsicherung im Rahmen einer Kapitelerhöhung stark gesenkt worden - auf einen Wert um 60 Prozent unter der österreichischen Gebühr. "Ich denke, dass man auch in Österreich über solche oder ähnliche Maßnahmen zur Erhöhung der Standort-Attraktivität nachdenken sollte", wünscht sich Lachinger.