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Nigeria
03/03/2017

Shell und Eni müssen sich wegen Korruption verantworten

Wegen mutmaßlicher Korruption müssen in Nigeria elf Verantwortliche der Ölkonzerne Shell und Eni vor Gericht.

Die von der Kommission für Wirtschafts- und Finanzkriminalität erhobene Anklage richtet sich auch gegen die nigerianische Eni-Tochter Agip, wie aus Gerichtsunterlagen vom Donnerstag hervorging. Die Angeklagten sollen insgesamt 801 Mio. Dollar (761,8 Mio. Euro) an Geschäftsleute und Politiker gezahlt haben, um die Lizenz zur Förderung von Ölreserven vor der Küste Nigerias zu erhalten.

Umstrittenes Geschäft

Shell und Eni hatten 2011 für 1,3 Mrd. Dollar die Erlaubnis für die Erkundung des Ölblocks OPL 245 im Golf von Guinea bekommen. Dort sollen mindestens 9 Mrd. Barrel Rohöl zu finden sein. Das umstrittene Geschäft wird bereits von der italienischen Justiz untersucht. Beide Konzerne weisen die Vorwürfe zurück. "Eni hat nichts Illegales getan", sagte Konzernchef Claudio Descalzi im Februar der "Financial Times". Das Unternehmen habe sich zu jeder Zeit an geltendes Recht gehalten. Eni und Shell hätten eine Zahlung an die nigerianische Regierung geleistet, seien aber nicht für die weitere Verwendung des Geldes verantwortlich. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari war 2015 mit dem Versprechen an die Staatsspitze getreten, gegen die grassierende Korruption in dem Land vorzugehen. Seit seinem Amtsantritt gab es eine Reihe von Festnahmen von Funktionären aus den Reihen seines Vorgängers Goodluck Jonathan. Allerdings wurden davon bisher nur wenige auch verurteilt.

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