Kargl ist Firmengründer und passionierter Segler

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Business Österreich
09/08/2016

Segeln als Beruf: Büro mit Meerblick

Alles dreht sich ums Segeln. Christian Kargl gründete vor zwei Jahren die Firma "2SAIL". Er ist Spezialist für Yachtelektronik, Technik und Sicherheit auf See. Der Regattasegler ist von Moskau bis Maria Enzersdorf gefragt.

von Katharina Salzer

Blauer Himmel. Das Wasser schimmert. Der Bug einer Segelyacht ragt ins Foto. "Another day in the office", postet Christian Kargl auf Facebook zu seinem Ausblick.

Kargls "Büro" ist dort, wo es Schiffe gibt, wo es ums Segeln geht. 2014 hat der geborene Oberösterreicher seine Firma "2SAIL" gegründet. "Am Anfang hatte ich Panik, dass ich zu wenig Aufträge bekomme", erklärt er. Jetzt ist er die meiste Zeit des Jahres auf Achse. In Moskau – Sicherheitstrainings für Segler abhalten. An der Adria – Mast stellen, Yachtelektronik installieren. In Asien – beim Rolex Sea Race von Hong Kong nach Manila. Zurück am Attersee – Live Tracking bei der Langen Wettfahrt; online kann jeder die Position der Schiffe mitverfolgen. Firmensitz, also das echte Office, ist in Niederösterreich, in Kottingbrunn.

"Ich lebe meinen Traum", sagt Kargl. Sein Traum ist das Segeln. Extreme spielen darin eine wichtige Rolle. Bei der Einhand-Regatta (beim Einhandsegeln ist man alleine an Bord, Anm.) Minitransat war der damals 28-Jährige der erste österreichische Teilnehmer. In einem 6,5 Meter langen Schiff überquerte er im Jahr 2005 den Atlantik. "Mein Antrieb ist, auszuprobieren, was möglich ist."

Antrieb & Auftrieb

Bei seinen Trainings und Seminaren etwa zur Sicherheit auf See gibt er sein Wissen weiter, für alle, deren Antrieb nicht ganz so stark ist. Denn es kann schon eine Herausforderung sein, sich mit dem Auftrieb der Schwimmweste zurechtzufinden. Oder sich in eine Rettungsinsel hineinzuwuchten. Selbst wenn diese im Schwimmbad in der Südstadt in Maria Enzersdorf (NÖ) in ruhigen Gewässern schwimmt.

Kargl sammelte vor der Unternehmensgründung nicht nur als Regattasegler, sondern auch bei verschiedenen Betrieben Erfahrungen. Im Jahr 2013 begann er mit der Vorbereitung, um seine eigene Firma ins Leben zu rufen. "Auf Kundenwunsch" wie er sagt. "Supergut" habe die Beratung des RIZ – Gründeragentur NÖ funktioniert. Diese hat ihm vor Kurzem eine Presseaussendung gewidmet. Solche Unternehmensneugründungen seien die Basis für das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Bundeslandes zu stärken, erklärte darin Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Nischen

Er habe viel zu viele Ideen, erzählt Kargl. Und viel zu wenig Zeit. "Man muss Nischen besetzen", sagt er. Nun will er Tracking – mit dem dänischen Partner TracTrac – und das Riggen intensivieren. (Das Rigg ist die Kombination von Mast, Großbaum und vielen anderen wichtigen Teilen einer Yacht).

Zeit für Extreme muss immer noch sein, Anfang des Sommers für einen Weltrekordversuch auf einem Laser. Dieses Boot ist nur 4,23 Meter lang. Es ging darum, die bestehende Bestmarke von 346,04 Seemeilen für die längste gesegelte Strecke einhand in einem Dinghy zu überbieten. Kargl segelte für einen guten Zweck – um Geld für Schmetterlingskinder zu sammeln – 421 Seemeilen. Die sechs Tage und zwei Stunden waren für ihn eine Belastung. "Das war richtig zäh." Aber auch Werbung. "Was uns mit unseren Kunden verbindet, ist die Leidenschaft für unser Hobby", fasst Kargl zusammen.

Kein Wolke am Himmel, die Sonne ist gerade untergegangen. Eine beleuchtete Segelyacht spiegelt sich im glatten Wasser. "Another night in the office", postet Christian Kargl aus Kroatien.