Wirtschaft
31.01.2012

Schlecker Österreich sucht einen Käufer

Familien-Pleite – Meike Schlecker dementiert, dass Vermögen beiseite geschafft wurde.

Das Schicksal der österreichischen Tochter der insolventen deutschen Drogerie-Kette ist mehr als ungewiss. Zwar ist die heimische Kette mit 970 Filialen und rund 3000 Mitarbeitern offiziell nicht insolvent. Aber am Montag kündigte Schlecker-Finanzchef Sami Sagur an, dass das Auslandsgeschäft „zur Disposition“ stünde, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen.

Das Interesse der Konkurrenz – vor allem dm und Bipa – an Schlecker-Standorten hält sich allerdings nach Aussagen von Branchen-Kennern in Grenzen. Auch deswegen, weil sich die Filialen zumeist an unattraktiven Standorten befinden. Auch die deutsche Drogeriemarktkette Rossmann hat bereits eine Expansion nach Österreich ausgeschlossen.

Schlecker

Österreich erwirtschaftete 2010 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor – einen Jahresüberschuss von 8,7 Millionen Euro. Allerdings – so Insider – nicht aus dem operativen Geschäft, sondern durch den Verkauf von Finanzbeteiligungen. Müsste die Österreich-Tochter die Kosten für Einkauf und IT, die derzeit von Deutschland getragen werden, selbst verbuchen, gibt es laut Branchenkennern keine schwarze Zahlen.

Die Familie Schlecker selbst ist – so Meike, die Tochter des Gründers Anton Schlecker – ebenfalls pleite: „Es ist nichts mehr da.“ Gerüchte, dass die Familie Vermögen zur Seite geräumt habe, dementierte sie.

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