Wirtschaft
15.03.2016

Schadensabwicklung über App in einer Stunde

3,3 Prozent Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung

Um das komplexe Versicherungsgeschäft für die Kunden zu vereinfachen, will die Allianz Österreich alle Interaktionen analysieren und neu gestalten – vom Erstkontakt bis zur Schadensabwicklung. Alle Produkte sollen neu designt und Smartphone-tauglich werden.

Seit Anfang März läuft die Testphase für die "AllianzSchaden Express App". Kunden können mit ihrem Smartphone Schäden an ihrem Auto dokumentieren. Innerhalb einer Stunde bekommt der Versicherte ein Ablöseangebot oder eine Reparaturfreigabe. Ab Sommer soll die Abwicklungszeit auf eine Stunde verkürzt werden. Allianz-Chef Wolfram Littich spricht von "ganz neuen Maßstäben in der Schadensregulierung".

Die Allianz Österreich beschäftigt rund 450 Programmierer, die für den gesamten Finanz-Konzern weltweit programmieren. Dafür werden laufend neue Mitarbeiter gesucht.

Veranlagungsrendite

Mit den niedrigen Zinsen hat die Allianz, jedenfalls vorläufig, offenbar kein Problem. Im Vorjahr konnte in der Lebensversicherung eine Veranlagungsrendite über das gesamte Portfolio von 3,2 Prozent eingefahren werden. Seit Anfang 2015 bietet der Versicherer eine Lebensversicherung mit null Garantiezins und einer Gewinnbeteiligung von 3,3 Prozent. Damit sei man, betont Littich, Marktführer. Das Produkt werde stark nachgefragt.

Für 2016 rechnet Littich wieder mit einem "stabilen, profitablen Wachstum". Im Vorjahr stieg der Gewinn um 16,6 Prozent auf 93,3 Millionen. Versicherungstechnisch sei 2015 das zweitbeste Jahr seit Bestehen gewesen.

Heta-Rückkaufangebot nicht angenommen

Auch die Allianz hat das Rückkaufangebot für die HETA-Anleihen nicht angenommen. Die Papiere im Nominale von 60 Millionen Euro wurden auf 40 Millionen abgeschrieben. Jetzt sei die Finanzmarktaufsicht am Zug, sagt Littich. Man habe die Papiere nicht zum Spekulieren, sondern langfristig gekauft. Für die Reputation des Finanzplatzes Österreich sei die Diskussion "nicht erquicklich".