Saudi-Arabien will Ölpreis senken

Ölförderung
Foto: EPA_SHERWIN Saudi Arabien will die Öl-Fördermenge erhöhen und so den Ölpreis senken.

Das wichtigste Ölförderland will den Ölhahn aufdrehen und so den Höhenflug des Ölpreises stoppen.

Seit Jahresbeginn ist der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent von 107 Dollar auf zeitweise etwa 127 Dollar Anfang März gestiegen. Der Preis für US-Öl sprang im gleichen Zeitraum von etwa 98 Dollar auf zeitweise mehr als 110 Dollar. Dieser rasche Preisanstieg könnte zu einer ersten Bedrohung für die Weltwirtschaft werden, äußern sich auch Volkswirte zunehmend besorgt.

Saudi-Arabien, weltweit wichtigstes Ölförderland, möchte den Höhenflug des Ölpreises nun stoppen, indem es seine Fördermenge erhöht. Zudem sollen die Ölexporte in die USA ausgebaut und zuletzt stillgelegte Ölfelder reaktiviert werden, berichtet die Financial Times und bezieht sich auf eine Mitteilung der saudischen Regierung vom Vortag. Das Königreich wolle die Ölpreise wieder auf "ein faires Niveau" zurückführen, zitiert die Zeitung aus einem Kabinettsbeschluss. Als Zielmarke gab die saudische Regierung laut dem Pressebericht einen Ölpreis bei etwa 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) an. "Hohe Ölpreise (...) können zu negativen Effekten für die Weltwirtschaft führen", zitiert die Zeitung weiter aus dem Kabinettsbeschluss.

Mehr Lieferungen in die USA

Bereits in den vergangenen Wochen sollen nach Einschätzung der Commerzbank die saudi-arabischen Öllieferungen in die USA massiv gestiegen sein. Die Rohstoffexperten der Commerzbank beziehen sich auf Daten der US-Energiebehörde EIA. Demnach sind die saudischen Ölexporte in die größte Volkswirtschaft der Welt "in den ersten zehn Wochen des Jahres 2012 um 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen". Das sei der höchste Stand seit Mitte 2008.

Die Tendenz steigender Ölexporte aus Saudi-Arabien scheine sich im März fortzusetzen, hieß es weiter bei der Commerzbank. Seit Monatsanfang sollen weitere neun Supertanker mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Barrel mit Ziel US-Golfküste gebucht worden sein.

(apa, dpa / js) Erstellt am
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