Saubermacher-Eigentümer Hans Roth und Vorstand Gerhard Ziehenberger.

© /Saubermacher/Papadopoulos

firmenübernahme
06/18/2016

Saubermacher fährt auf Elektromobilität ab

Kauf des deutschen Batterieverwerters Redux.

von Robert Kleedorfer

Rund 8,5 Milliarden Stück Batterien wandern Schätzungen zufolge EU-weit jährlich über die Ladentische. Aber nicht einmal die Hälfte davon wird entsprechend der Rücknahmeverpflichtung des Handels in Deutschland und Österreich wiederverwertet, in anderen Ländern sind es gar nur 10 bis 15 Prozent. Viel Potenzial nach oben also. Das dachten sich auch Hans Roth, Gründer und Mehrheitseigentümer des steirischen Entsorgers Saubermacher, und Vorstand Gerhard Ziehenberger. Schon im Vorjahr übernahm Roth 55 Prozent am deutschen Batterienrecycler Redux. Nun erfolgte die Komplettübernahme (der Preis blieb ungenannt) inklusive einer Zwei-Millionen-Euro-Investition in einen neuen Standort in Offenbach nahe Frankfurt/Main.

"Wir haben schon immer leere Batterien an Redux geliefert", sagt Roth. Am alten Standort in unmittelbarer Nähe seien die Kapazitäten mit 12.000 Tonnen im Jahr ausgeschöpft gewesen, sagt Redux-Chef Holger Kuhlmann. Nun könnten bis zu 25.000 Tonnen recycelt werden (das entspricht rund einer Mrd. Batterien), die gleiche Menge noch mal im zweiten Werk in Bremerhaven. "Mit Lieferungen aus 20 europäischen Ländern sind wir Marktführer."

Neue, alte Batterien

Die rund 40 Mitarbeiter in Offenbach arbeiten mit selbst entwickelten, neuen Maschinen, die laut Kuhlmann effektiver recyclen als bisher. "Ein Mitarbeiter sortiert rund 300 Kilo Batterien in der Stunde." Nach dieser Vorsortierung nach 14 Kategorien erfolgt die maschinelle Trennung in diverse Rohstoffe (Zink, Kupfer, Nickel, Aluminium usw.). "80 Prozent einer Batterie können wiederverwertet werden", so Kuhlmann.

Zudem können inzwischen Batterien schon völlig aus recycelten Materialen bestehen. Ihr Anteil beträgt derzeit Kuhlmann zufolge erst vier Prozent, in einige Jahren aber sollen es schon 40 sein.

Brandgefährlich

In zurückgegebenen Batterien befinden sich in der Regel noch rund 30 Prozent Restenergie. Das sei bei Lithium-Ionen-Batterien sehr gefährlich. "Lithium ist empfindlich und reagiert sofort mit Sauerstoff. Es kommt zu einem 1200 Grad heißen Metallbrand", sagt Kuhlmann. Billig-E-Bikes aus China seien daher manchmal schon selbst in Brand geraten.

Dabei seien diese Batterien die Zukunft, vor allem in der E-Mobilität. "Wir rechnen bei den Autos mit den ersten Rücknahmen in sieben bis acht Jahren", sagt Roth. E-Fahrräder seien mit Batterien mit kürzerer Lebensdauer ausgerüstet. "Da entstehen große Mengen, die auf uns zukommen." Schließlich sei bereits jedes vierte bis fünfte verkaufte Fahrrad ein E-Bike.

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