Sanierung geplatzt: Wienwert Holding geht in Konkurs

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Foto: APA/HELMUT FOHRINGER Wienwert

Das Unternehmen soll geschlossen werden. Stefan Gruze scheidet aus der Geschäftsführung aus.


Die insolvente WW Holding AG, die 99,99 Prozent an der Wienwert AG hält, steht nun endgültig vor dem Aus. Der Sanierungsplan sei heute, Mittwoch, zurückgezogen worden, teilte der Vorstand in einer Aussendung mit. Das Insolvenzverfahren werde automatisch in ein Konkursverfahren umgewandelt. Masseverwalter Norbert Abel bestätigt diese Vorgangsweise.

"Die WW Holding AG wird daher im Insolvenzverfahren vollständig abgewickelt. Die Tochtergesellschaft Wienwert AG wird im Rahmen eines Bieterprozesses in Abstimmung mit dem Kooperationspartner verkauft", teilt Abel in einer Aussendung mit. "Hinsichtlich der anderen Tochtergesellschaften wird die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, sofern Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt." Nachsatz. "In den übrigen Tochtergesellschaften der Schuldnerin wird Norbert Abel die Geschäftsführung übernehmen und Stefan Gruze aus der Geschäftsführung ausscheiden." Dabei dürfte es sich laut Gerhard Weinhofer von Creditreform um jene Projektgesellschaften handeln, in deren Eigentum sich Liegenschaften befinden."

Die WW Holding AG hatte vor rund zwei Wochen Insolvenz angemeldet und ursprünglich ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung angestrebt. Die Tochtergesellschaft Wienwert AG sollte verkauft werden.

Sammelklage

Der Wiener Prozessfinanzierer AdvoFin bietet den geschädigten Wienwert-Anlegern nun eine Sammelklage-Aktion an. „Wie wir schon seit Längerem befürchtet haben, steht es um die Wienwert-Gruppe schlechter als bisher kommuniziert. Wir raten daher allen Anlegern umgehend aktiv zu werden und ihre Forderungen im Konkursverfahren anzumelden", sagt Franz Kallinger, Vorstand der AdvoFin Prozessfinanzierung AG. "Zugleich wird AdvoFin ihre Kunden auch als Privatbeteiligte im anhängigen Ermittlungsverfahren anschließen, um dadurch ehestmöglich Informationen zu erlangen und Ansprüche auch auf dem Klagsweg unmittelbar erheben zu können."

Weiter heißt es: "Personen, Unternehmen und institutionelle Anleger, welche Anleihen der Wienwert AG bzw. der Wienwert Holding gezeichnet haben, bietet AdvoFin daher die Möglichkeit, sich an einer Sammelklage zu beteiligen. AdvoFin übernimmt dabei das gesamte Prozessrisiko und die Finanzierung sämtlicher Kosten." Im Erfolgsfall ist der Prozessfinanzierer dafür mit einer Beteiligungsquote (meist ein Drittel) am Prozesserlös beteiligt.

Die Gesamtverbindlichkeiten betragen - einschließlich besicherter Gläubigerforderungen - über 55 Millionen Euro, davon entfallen 35 Millionen Euro auf rund 900 Anleihegläubiger. Diesen Anlegern droht im schlimmsten Fall ein Totalausfall. Das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung hätte zumindest eine Quote von 20 Prozent bringen sollen.

(Kurier) Erstellt am
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