Wirtschaft
28.12.2011

RZB: 600 Millionen für Ostbanken-Kauf

Die Raiffeisen Zentralbank füllt ihren Kapitalpolster auf und holt sich die restlichen Anteile von zwei Banken im Osten.

Die Aufsicht verlangt Banken derzeit einiges ab: Um die Sicherheit der Finanzinstitute in den aktuell turbulenten Zeiten zu erhöhen, müssen sie spätestens Anfang 2013 über erheblich mehr Eigenkapital verfügen als bisher. Die Raiffeisen Zentralbank, die die Mehrheit an der Raiffeisen Bank International hält, hat daher am Mittwoch in einer außerordentlichen Hauptversammlung eine deutliche Stärkung ihres Eigenkapitals beschlossen.

Dies erfolgt in zwei Schritten: Erstens werden den RZB-Aktionären – den Raiffeisen Landesbanken, der UNIQA Versicherung, der RWA, der Volksbanken AG und der Hypo Steiermark – bis zu 600 Millionen Euro an Partizipationskapital zur Zeichnung angeboten. Mit dem Geld kauft die RZB die Minderheitsanteile der Landesbanken an den beiden Ostbanken-Töchtern, der Tatra Bank in der Slowakei und der tschechischen Raiffeisen s.a. Damit hält die RZB diese Töchter zur Gänze und kann sie laut den neuen Eigenkapitalvorschriften „Basel III“ voll dem Eigenkapital zurechnen.

„Das bringt der RZB einige Hundert Millionen Euro in der Kapitalbasis“, erklärt RZB-Sprecher Andreas Ecker. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen. Zweitens wurde die Möglichkeit für eine Grundkapitalaufstockung um 221,86 Millionen Euro genehmigt. Wann die Kapitalerhöhung stattfindet, müssen Aufsichtsrat und Vorstand gesondert beschließen.

Unabhängig von diesen beiden Maßnahmen, die zur Erreichung der Eigenkapitalquote laut „Basel III“ ab Jänner 2013 dienen, arbeitet die RZB an der Erfüllung der Kapitalvorschriften der Europäischen Bankenaufsicht EBA. Diese will, dass die RZB 2,1 Milliarden Euro an zusätzlichem Kernkapital aufbringt. 200 bis 300 Millionen Euro davon will die RZB aus einbehaltenden Gewinnen bis Sommer 2012 erwirtschaften. Eine Milliarde Euro soll aus der möglichen Umwandlung von bestehendem Partizipationskapital in Stammkapital kommen.

 

Erste Group

Auch bei er Erste Group versucht man die Kapitalausstattung aktuell zu stärken. Wie am Mittwoch bekannt wurde, legen die Erste-Stiftung und die Sparkassen ihre Stimmrechte an der Bank zusammen. Effekt: Weil die Anteile der verbundenen Sparkassen damit künftig als externe Beteiligung behandelt werden dürfen, steigt das Eigenkapital.