Rosige Zeiten für die Aida
Die Traditionskette schreibt wieder Gewinn. Im Inland sind Innovationen geplant.
Die Aida ist zurück in den schwarzen Zahlen. Die Wiener Kaffeehaus- und Konditoreikette erzielte im Geschäftsjahr 2012/13 einen Gewinn von 200.000 Euro, berichtet das Wirtschaftsblatt. Der Umsatz stieg von 20 auf 22 Millionen Euro.
Dominik Prousek Inhaber Aida vierte Generation
© Bild: Uwe Mauch
Das Unternehmen sieht sich nachhaltig auf Wachstumskurs und den "Ausrutscher" im Jahr davor (die Aida schrieb 400.000 Euro Verlust) als Summe von Einzelereignissen. "Das waren Investitionen in Filialen, Maschinen und Franchise", sagt Juniorchef
Dominik Prousek (
Bild), der in vierter Generation sukzessive die Agenden des 100-jährigen
Traditionsunternehmens übernimmt.
Coffee to go und Cupcakes
Prousek zeichnet vor allem für die Expansion verantwortlich – unlängst etwa wurde in der Hafenmetropole Jeddah die erste saudi-arabische Franchise-Filiale von Aida eröffnet (siehe Bilder unten).
Aber auch für den Heimmarkt gibt es innovative Pläne: Künftig soll es auch Produkte wie Coffee to go oder Cupcakes "Wiener Art" bei Aida geben. "Wir wollen neuen Trends folgen, im Wesentlichen aber der Tradition treu bleiben", so Prousek.
Die Expansion soll heuer im In-und Ausland fortgeführt werden, aber nur langsam. Impulse sollen auch im Marketing gesetzt werden, indem die heimische Produktion in den Vordergrund gerückt wird. Gelingen soll das unter anderem durch kurze Imagefilme, die in den Filialen gezeigt werden.
Luxus-Kaffee in Wiener City
epa02284138 A farmer feeds coffee beans to a civet in Liwa, West Lampung District, Indonesia on 12 August 2010. Kopi Luwak, a coffee variety, is made from hard beans that have been eaten by civets and then fermented in their stomachs before being excreted and roasted. It's highly prized for its smooth flavor and bitterless aftertaste, sometimes fetching well over $200 a pound ($440 per kilogram) online. EPA/BAGUS INDAHONO
© Bild: APA/BAGUS INDAHONO
Vom traditionellen Image der Konditoreikette Aida darf man sich nicht beeinflussen lassen: In den nächsten Monaten gibt es dort nämlich den teuersten Kaffee der Welt – den sogenannten Schleichkatzenkaffee.Für sein spezielles Aroma sorgt der Verdauungsvorgang indonesischer Schleichkatzen. Sie bekommen Kaffeekirschen zu fressen und scheiden die Bohnen fermentiert aus. Die Landwirte sammeln diese ein und säubern sie.
epa02285274 A civet eats coffee from a branch at a farm in Liwa, West Lampung District, Indonesia, on 13 August 2010. Kopi Luwak, a coffee variety, is made from hard beans that have been eaten by civets and then fermented in their stomachs before being excreted and roasted. It's highly prized for its smooth flavor and bitterless aftertaste, sometimes fetching well over $200 a pound ($440 per kilogram) online. EPA/BAGUS INDAHONO
© Bild: APA/BAGUS INDAHONO
Eine Tasse kleiner Schwarzer wird in den Konditoreien 25 Euro kosten. Im Vergleich dazu verlangen Luxushotels gerne 100 Euro pro Tasse. Aida wird den Kaffee nur in den Filialen im 1. Bezirk verkaufen. Übrigens auch abgepackt!
Schon seit einigen Jahren sorgt der "Kopi Luwak" für Gesprächsstoff in der Gourmetwelt. Nicht nur weil dieser aus dem Kot von Schleichkatzen hergestellt wird, sondern auch für seine Preise am Weltmarkt: je nach Qualität bis zu 10.000 Euro pro Kilo. Die Wiesel-ähnlichen Tierchen (siehe Bild) leben auf den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi. Kopi steht im Indonesischen für das Wort "Kaffee", "Luwak" für eine Region auf Java und für Schleichkatzen.
Dinh Thi Thanh holds droppings of weasels containing digested arabica coffee berries at Hiep Chat farm in Cang village, located in Vietnam's northwestern province of Son La, 320 km (199 miles) from Hanoi October 4, 2011. IT programmer Dinh Thi Thanh and her father, farmer Dinh Cong Hiep, established the farm in 2010 to breed weasels to make "weasel coffee", similar to Indonesia's Kopi Luwak, or civet coffee. The digested berries are later collected and roasted by Hiep and Thanh. REUTERS/Kham (VIETNAM - Tags: AGRICULTURE ANIMALS FOOD SOCIETY BUSINESS)
© Bild: Reuters/KHAM
Immer wieder behaupten internationale Kaffee-Experten, der Kaffee zeichne sich durch ein weiches Aroma und eine besondere Milde aus. Zudem soll er erdig und leicht karamellig schmecken. Dominik Prousek, Aida-Geschäftsführer und Urenkel des Firmengründers: "Wir möchten mit dieser Sortimentserweiterung alle Freunde des Besonderen ansprechen." Für weniger experimentierfreudige Kaffeetrinker steht auch weiterhin herkömmlicher Kaffee zur Verfügung – zu gewohnten Preisen.
| 01/31/2014, 12:04 PM