Wirtschaft
26.04.2017

RLB NÖ-Wien erwog Dreierfusion mit RZB/RBI

Buchleitner: Das wurde diskutiert, es kam aber nie zur Entscheidung. Jetzt gebe es andere Prioritäten. Ein Verkauf von RBI-Anteilen sei keine davon. Im Geschäftsjahr 2016 vermeldet die Landesbank Verlust.

Im März ist die Fusion der Raiffeisen Zentralbank (RZB) mit der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) vollzogen worden. Raiffeisen Niederösterreich-Wien hat eine Zeit lang erwogen, zu dieser Fusion dazuzustoßen, bestätigte heute Mittwoch der Chef der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, Klaus Buchleitner. Das sei jetzt aber Geschichte.

Buchleitner wurde bei seiner Jahrespressekonferenz gefragt, ob dem ersten Schritt, also der Verschmelzung von RZB und RBI, im nächsten Schritt die RLB Niederösterreich-Wien folgen wird. Solche Spekulationen sind für den RLB-Chef mittlerweile müßig. Derzeit habe man da gar nichts im Plan.

Wer eine solche Dreierfusion aus RZB, RBI und RLB NÖ-Wien letztlich verhindert hat, dazu gab er keine Hinweise. "Wir haben das diskutiert, es ist aber nie zur Entscheidung gekommen", so der RLB-Chef. Jetzt müsse die Zweierfusion ("R2" genannt) umgesetzt werden, das habe Vorrang. Außerdem hätten alle Sektorinstitute ihre Hausaufgaben zu machen. "Das hat sicher Priorität vor Fusionen", so Buchleitner.

Mit der Verschmelzung der RZB auf die RBI sind die früheren RZB-Aktionäre (also hauptsächlich die Raiffeisen-Landesbanken) Aktionäre der RBI geworden. Mit 22,6 Prozent ist die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien größte Einzelaktionärin an der börsennotierten Großbank. Einen Rückzug aus der Beteiligung an der RBI hat die RLB nicht vor.

Verlust für Landesbank

Die RLB NÖ-Wien hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem Verlust abgeschlossen. Der Grund: Auf die Beteiligung an der Raiffeisen Zentralbank (RZB) musste eine Abschreibung von 192 Mio. Euro verbucht werden, und von dort blieben auch Dividenden aus. Damit blieb bei der RLB NÖ-Wien unterm Strich ein Jahresverlust nach Steuern von 63,9 Mio. Euro. Im Jahr davor hatte es einen Gewinn von 65,4 Mio. Euro gegeben.

In einer Pressekonferenz erläutert der Vorstand am Vormittag die Zahlen und ein laufendes Einsparprogramm. Im digitalen Zeitalter brauche man einen sehr schlanken und agilen Betrieb, hieß es. Seit 2012 wurde der Personalstand in der Bank schon um fast 20 Prozent reduziert. Diesen Weg gehe man kontinuierlich weiter. Ziel sei es von jetzt 1.100 bis, 2018 auf unter 1.000 Mitarbeiter zu kommen. Zuletzt wurde auch bei Abteilungen gestrafft. Das betreffe dort auch einige Führungskräfte, die zum Teil woanders im Konzern in ihrem Fachgebiet weiter arbeiten könnten.