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Wirtschaft
03/15/2017

Rekord-Übernahmen in der Tech-Branche

Zukäufe erreichten im Vorjahr 440 Milliarden Euro.

von Robert Kleedorfer

Die Übernahmen von Technologieunternehmen haben 2016 einen neuen Höhepunkt erreicht: Insgesamt gaben Investoren 466,6 Milliarden US-Dollar (440 Mrd. Euro) aus – das waren noch einmal zwei Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015.

Allerdings könnte der Höhepunkt damit vorerst erreicht sein: Zum Jahresende ließen die Zukäufe nach, so dass der Wert aller Zukäufe im vierten Quartal mit 117,2 Milliarden Dollar 38 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum lag.

Asien

Treiber der Entwicklung waren im Jahr 2016 eindeutig die asiatischen Investoren. Die Region Asien-Pazifik konnte als einzige das Übernahme-Volumen steigern – um deutliche 174 Prozent auf 141,4 Milliarden Dollar. Dagegen ging der Übernahmewert auf dem amerikanischen Kontinent sowie in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika jeweils um gut 20 Prozent zurück.

Die Anzahl der Deals ging um fünf Prozent auf 3796 zurück. Der Durchschnittswert der Übernahmen stieg dagegen um 15 Prozent auf 572 Millionen Dollar.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die Aktivitäten zwischen Technologiefirmen sowie Zukäufe von Technologiefirmen durch Nicht-Technologiefirmen berücksichtigt wurden. „Die massive digitale Transformation unserer Gesellschaft durch Cloud-, Mobile-, Social- oder Big-Data-Technologien beflügelt den weltweiten Übernahmemarkt für Technologieunternehmen“, beobachtet EY-Partnerin Eva-Maria Berchtold.

Internet der Dinge

„Unternehmen sehen sich neuen, disruptiven Technologien wie dem Internet der Dinge oder künstlicher Intelligenz gegenüber und versuchen, sich mit Übernahmen auf die Veränderungen einzustellen“, sagt Berchthold. Die Summe der Übernahmen von Technologieunternehmen durch Unternehmen aus anderen Branchen stieg um das Doppelte auf knapp 108 Milliarden Dollar. Für deutliches Wachstum sorgten darüber hinaus Finanzinvestoren. Sie schlossen Deals im Gesamtwert von mehr als 90 Milliarden Dollar ab, das entspricht einer Steigerung um 61 Prozent gegenüber 2015.

Dagegen ging die Bereitschaft von Technologieunternehmen zu Übernahmen zurück: Das Volumen sank um knapp ein Viertel auf 268,6 Milliarden Dollar. „Die klassischen Industrien versuchen sich durch Zukäufe schnell entsprechendes Know-how an Bord zu holen. Finanzinvestoren sehen in den Technologieunternehmen vielversprechende Wachstumsperspektiven. Damit bleibt für die Technologieunternehmen weniger vom Kuchen“, sagt Berchtold.

Die größten Deals

Der größte erfasste Deal betrifft die Übernahme des Halbleiterherstellers NXP Semiconductors durch den Konkurrenten Qualcomm um knapp 40 Milliarden Dollar. Das war die größte Übernahme in der Halbleiterbranche überhaupt. Auch das zweitgrößte Übernahmeziel – die ARM Holdings – kommt aus der Halbleiterbranche. Für sie zahlte die SoftBank Group mehr als 32 Milliarden Dollar. Drittgrößter Deal war die Übernahme der Social-Media-Plattform Linkedin durch den Computergiganten Microsoft für etwa 26 Milliarden Dollar.

Auch der größte Deal im Technologiebereich in Österreich entfällt auf die Halbleiterbranche: Der heimische Sensor- und Chiphersteller ams übernahm Heptagon Advanced Micro-Optics mit Sitz in Singapur um 855 Millionen Dollar.

Berchtold erwartet, dass 2017 den Rekord nicht überbieten wird. „Angesichts der Zurückhaltung der Investoren zuletzt und den weiter bestehenden erheblichen politischen und ökonomischen Unsicherheiten weltweit erwarten wir einen leichten Rückgang bei den Übernahmen von Technologieunternehmen. Allerdings wird sich der Rückgang in Grenzen halten.“

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