Wirtschaft
11.01.2018

Reisende können Kaffee und Menü künftig per App bestellen

Die Digitalisierung nimmt jetzt auch im Speisewagen Fahrt auf.

Grießnockerl-Suppe, Tafelspitz, Kaiserschmarrn oder vegetarischer Nudelsalat – ab April wird in den Fernzügen der ÖBB rund um die Uhr aufgekocht. Der niederösterreichische Gastronom Josef Donhauser wird mit seiner Cateringfirma DonS und 600 Mitarbeitern die Bahnkunden versorgen. 300 Mitarbeiter übernimmt er vom Vorgänger Henry am Zug. Der TV-Koch Oliver Hoffinger steht DoNs mit Rat und Tat zur Seite.

"Die Grundlage unserer Küche ist handgemacht. Wir liefern frische, nachhaltige und regionale Produkte und verzichten auf künstliche Aromen und Konservierungsstoffe", sagt Donhauser. Hauptspeisen kosten im Schnitt weniger als zehn Euro, die frisch gebrühte Fairtrade-Melange ist für 2,90 Euro zu haben. Auch die Weinkarte kann sich sehen lassen. So kostet eine kleine Flasche (0,375 Liter) Blauer Zweigelt vom burgenländischen Top-Winzer Umathum knapp 15 Euro, der Bio-Lagen-Veltliner "Stein" von Jurtschitsch aus Langenlois knapp 17 Euro.

Für Biertrinker gibt es sieben Sorten zur Auswahl. Dabei werden Mehrweg-Geschirr und Gläser eingesetzt, die speziell auf das Bahncatering abgestimmt sind. Auch soll der Verpackungsmüll so gering wie möglich gehalten werden. Den Zuschlag für die Bewirtung der ÖBB-Kunden hat der Niederösterreicher vor allem deshalb erhalten, weil Donhauser voll auf die Digitalisierung setzt.

14 Millionen Euro

"Der Einsatz neuer Technologien ermöglicht raschere Bestellungen", sagt ÖBB-Chef Andreas Matthä. Ab Herbst können Bahnfahrer zum Beispiel schon beim Ticketkauf am Schalter ein Menü auswählen und bestellen. Doch die Digitalisierung geht noch weiter. Über eine Bestell-App und das ÖBB-WLAN können Reisende während der Fahrt Bestellungen aufgeben, die ihnen direkt zum Sitzplatz gebracht werden. Vier Millionen Euro wird Donhauser in das Equipment samt neuem Kassensystem investieren und rund 14 Millionen Euro jährlich auf der ÖBB-Schiene umsetzen. Die ÖBB verdoppeln diesen Umsatz durch eine entsprechende Subvention – das ist in der Bahnbranche so üblich. Denn: Gutes Catering ist das beste Marketing für die Schiene.