Wirtschaft
26.01.2015

Recycling made in China: 25 Euro für leere Flasche von bekannten Winzern

Fälschungen sind ein gutes Geschäft. Die Preise für Spitzenweine liegen im vierstelligen Euro-Bereich.

Nicht nur der Weinmarkt in China floriert, sondern auch der Handel mit Flaschen von bekannten Winzern. Eine leere Flasche Rothschild Mouton mit intaktem Etikett ist in China 25 Euro Wert. Die Flasche wird wiederbefüllt und verkauft.

Fälschungen sind ein gutes Geschäft. Die Preise für Spitzenweine liegen im vierstelligen Euro-Bereich. Statt dem Original wird Wein im Wert von nur 50 bis 70 Euro nachgefüllt. Die Fälscher gehen davon aus, dass die Käufer den Unterschied nicht bemerken. Manche Winzer mit hochpreisigen Produkten bestehen daher darauf, dass nach Wein-Events sämtliche Flaschen zerstört werden.

Trotz illegaler Praktiken gilt China nach wie vor als einer der interessantesten Weinmärkte der Welt. Die Exporte aus Österreich machen derzeit noch unter zwei Prozent der Gesamtexporte aus.

Kräftiges Exportplus

Wegen der hohen Zuwachsraten bei der Menge (plus 23,7 Prozent) und beim Umsatz (plus 16,8 Prozent) steigt die Bedeutung des chinesischen Marktes für heimische Winzer. Die Österreich Weinmarketing (ÖWM) hat daher vergangene Woche mit der amerikanische Wein-Journalistin und Buchautorin Debra Meiburg eine China-Spezialistin zum Marketing-Tag eingeladen. Meiburg lebt seit 30 Jahren in Hongkong.

Eine genaue Zahl für die gesamten Weinexporte der heimischen Winzer im Jahr 2014 gibt es noch nicht. Die Statistik Austria hat nämlich andere Zahlen beim Export nach Deutschland als das deutsche statistische Bundesamt. Insgesamt wird eine leichte Steigerung erwartet. Laut ÖWM-Geschäftsführer Wilhelm Klinger gab es Zuwächse bei den Lieferungen in die Schweiz, die USA sowie in die Niederlande und Großbritannien. Weniger verkauft wurde nach Schweden und Finnland.